Tokio (JAPANMARKT/mf) – Die konjunkturelle Aufschwung des letzten Jahres hat auch den Immobilienmarkt erfasst. Die Bodenpreise in den Metropolenzentren ziehen wieder an, und die Immobilienfonds sammeln vermehrt Kapital ein. Die Leerstandsraten für Bürogebäude fallen, was sich umgekehrt in steigenden Mieten widerspiegelt. Hauptursache für die Trendwende ist die lockere Geldpolitik, die den Immobilienmarkt aus seinem Dornröschenschlaf geweckt hat. Der Leerstand werde weiter zurückgehen und die Mieten weiter steigen, sagt Leonard Meyer zu Brickwedde vom Immobilienspezialisten Kenzo Capital Corp. voraus.

Immobilienmarkt am Wendepunkt

2013 haben die Bodenpreise in den Großräumen Tokio, Osaka und Nagoya erstmals seit der Finanzkrise wieder angezogen. Der wichtigste Auslöser ist die expansive Geld- und Fiskalpolitik seit dem Regierungswechsel im Dezember 2012. Die Leerstandraten in den fünf zentralen Stadtteilen Tokios haben sich im 3. Quartal weiter verbessert, stellt der Immobilienspezialist Kenzo Capital in seinem jüngsten Marktausblick fest.

Sanko Estate, ein Marktforschungsunternehmen, registrierte einen Rückgang der Leerstandsraten für alle Stadtteile wie auch für alle Gebäudegrößen und Qualitäten. „Wir glauben, dass der Leerstand in den kommenden Monaten weiter zurückgehen und auf niedrigem Niveau verharren wird, begünstigt durch eine solide Erholung der Wirtschaft und ein limitiertes Neuangebot“, erklärte Meyer zu Brickwedde.

Büro- und Wohnungsmieten ziehen an

Die Mieten im Zentrum von Tokio waren im 3. Quartal stabil. Aber Vermieter guter Bürogebäude erwägen eine Erhöhung der Mietforderungen. „Wir erwarten bald einen allgemeinen und deutlichen Trend höherer Mietpreise“, so der deutsche Experte, der seit 20 Jahren in Japan in der Immobilienbranche arbeitet.

Die Mieten im Großraum Tokio haben eine Bodenbildung gefunden und beginnen anzuziehen. „Wir denken, dass die Mieten sich von hier aus weiter erhöhen werden, wobei der Anstieg durch die Erholung der Wirtschaft und das limitierte Angebot an neuen Wohnungen unterstützt wird“, meinte Meyer zu Brickwedde.

Deutsche Investitionen

Ausländische Investoren kaufen japanische Immobilien, überwiegend motiviert von der Annahme allgemeiner Unterbewertung. Auch deutsche Investoren sind sehr aktiv. Ein großes deutsches berufsständisches Versorgungswerk investierte 2012 und 2013 bereits über 100 Millionen Euro in Wohnimmobilien in Tokio. Weitere Ankäufe bis zu 350-500 Millionen Euro sind geplant.

Ein großer deutscher institutioneller Anleger hat Investitionen in der Größenordnung von mehreren hundert Millionen Euro in Planung. Die Deutsche Bank kaufte ein gemischtgenutztes Gebäude in Osaka für einen deutschen Pensionsfonds und investiert in Logistikimmobilien.

Olympische Spiele helfen

Tokio ist Gastgeber der Olympischen Spiele 2020. Daher werden Zukunftsweisende Infrastrukturmaßnahmen die grundsätzliche Attraktivität und Anziehungskraft der Weltmetropole weiter verstärken. Immobilien in Tokio werden von weiteren Verbesserungen der Verkehrs- und allgemeinen Infrastruktur profitieren.

Die Investitionen in Infrastruktur, Kultur und Freizeit werden die exponierte Position der Weltmetropole als internationales Zentrum für Handel, Dienstleistungen und Fremdenverkehr weiter ausbauen, meint Kenzo Capital. Schon heute residieren 51 der weltweit 500 größten Unternehmen (gemessen am Umsatz) mit ihren Firmenzentralen in Tokio.

Foto: Tokyo Midtown Tower (flickr/sleepykisser)