Tokio (JAPANMARKT/mf) – Die japanische Startup-Szene ist im Ausland wenig bekannt, doch seit einigen Jahren immer aktiver. Die Gründung eines Unternehmens wird selbst für Angestellte von Top-Konzernen zunehmend attraktiver. Der jüngste große Erfolg ist der Kauf des Roboter-Entwicklers „Schaft“ durch Google. Die junge Firma hatte große Probleme, Geldgeber zu finden. Deshalb hebt Schaft-Mitgründer Takashi Kato jetzt einen eigenen Beteiligungsfonds aus der Taufe. Sein Vorstoß zeigt, wie sehr die Szene junger Firmen inzwischen gewachsen ist.

Konzentration auf Krebs

Der Fonds will sich nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg auf Biotechnologie und Energieeffizienz konzentrieren. Kato hat ihn Kapital 246 getauft. Während der Verhandlungen mit Google hatte Kato zehn Investment-Fonds und die staatliche Innovation Network Network Corporation of Japan ohne Erfolg um Kapitalhilfe gebeten. Der 95 Kilogramm schwere Roboter Schaft hatte vor kurzem einen bedeutenden Wettbewerb gewonnen (JAPANMARKT Online berichtete).

Als Reaktion auf diese enttäuschende Erfahrung will Kato japanische Ingenieuren und Wissenschaftlern helfen, ihre Experimente und Forschungen zu finanzieren. Insbesondere soll das Geld in Firmen fließen, die entweder Anwendungen gegen Krebs und Technologien zur Gen-Analyse entwickeln. Auch hier gibt es einen persönlichen Bezug: Katos Mutter war an Hautkrebs gestorben.

Zweiter Fonds geplant

Der 35-jährige Kato gibt sich optimistisch, dass er binnen eines halben Jahres von reichen Japanern 2 Milliarden Yen (14 Millionen Euro) einsammeln kann. In den nächsten fünf Jahren will er weitere 10 Milliarden Yen für einen zweiten Fonds akquirieren. „Es gibt da draußen in Japan einen Haufen intelligenter Forscher und Ingenieure, die die Technologien der nächsten Generation entwickeln wollen“, sagte Kato der Agentur Bloomberg.

Schaft wurde von zwei Ingenieuren der Universität Tokio im Mai 2012 gegründet, die sich wegen der Finanzierung an Kato wandten. Das Unternehmen musste jedoch auf japanisches Geld verzichten und sich auf US-amerikanisches Regierungsgeld verlassen. Schließlich wurde Andy Rubin von Google auf den Roboter Schaft aufmerksam. Rubin hatte das Handy-Betriebssystem Android entwickelt und baut nun für Google eine neue Sparte für Roboter auf.

Foto: Roboter Schaft (Schaft)