Osaka (JAPANMARKT/mf) – Japans neuester und höchster Wolkenkratzer ist heute feierlich eröffnet worden. Das 300 Meter hohe, mehrstufige Gebäude namens „Abeno Harukas“ mit 60 Stockwerken übertrifft den Landmark Tower in Yokohama um genau vier Meter. Über 90 Prozent der Büroflächen sind bereits vermietet. Bauherr ist der Eisenbahnbetreiber Kintetsu, der im Laufe der vierjährigen Bauzeit 130 Milliarden Yen (900 Millionen Euro) ausgegeben hat. Die Stadt Osaka will damit ihren Ruf als Handelsmetropole verteidigen. Das Gebäude wurde mit neuartigen Technologien gegen Erdbeben gesichert.

„Abeno Harukas“

Der mehrteilige Wolkenkratzer ist nach dem Stadtgebiet „Abeno“ und dem japanischen Wort „harukasu“ (aufklaren) benannt, weil man von seiner Spitze aus den Sonnenaufgang über der Metropolenregion zuerst sehen kann. Die Etagen 2 bis 14 werden von einem Kintetsu-Kaufhaus besetzt, darüber sind Büroflächen (JAPANMARKT Online berichtete).

Der höchste Block ist 60 Stockwerke hoch und reicht fünf Stockwerke in die Erde. Die Konstruktion hält 1,5-Mal stärkere Erdbebenwellen aus, als staatlich vorgeschrieben sind. Der Strukturrahmen hält einem Beben der höchsten japanischen Stärke 7 stand. Der Baukonzern Takenaka hat dabei neueste Methoden zur Absicherung gegen Erdbeben eingesetzt.

Raffinierte Dämpfung

Das Gebäude steht dafür auf extrem starken Stützpfeiler aus mit Beton gefüllten viereckigen Stahlröhren. Je 1 Quadratmeter Pfeilerfläche kann 20.000 Tonnen bzw. das Gewicht von 4.000 Elefanten tragen! Innerhalb der Stahlstruktur des Gebäudes sind „Knoten“ eingebaut, was Erschütterungen um etwa ein Viertel reduziert.

Auf den unteren Stockwerken gibt es 199 hydraulische Stoßdämpfer sowie 108 Rollwiderstand leistende Stoßdämpfer. In den Wänden der mittleren Stockwerke kommen gewellte Stahlplatten zum Einsatz. Die patentierte Methode verringert Vibrationen. Im obersten Bereich des Wolkenkratzers werden die durch ein Erdbeben ausgelösten Schwingungen durch Pendeldämpfer verringert.

Foto: Kintetsu