Tokio (JAPANMARKT/pb) – Der neue Energieplan für Japan wird voraussichtlich kein besonders ehrgeiziges Ziel für Strom aus erneuerbaren Energien enthalten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen 78-Seiten-Papier aus dem Industrieministerium. Danach hat sich die Neue Komeito-Partei, der Koalitionspartner der regierenden Liberaldemokraten, mit seiner Forderung nach einem hohen Prozentsatz für grünen Strom nicht durchgesetzt. Der Kabinettsbeschluss für den Energieplan könnte noch in dieser Woche fallen.

Mehr als grüne 20 Prozent bis 2030

Die atomkritische und buddhistische Komeito-Partei hatte im Wahlkampf 2012 einen Anteil von 30 Prozent an sauberem grünem Strom bis zum Jahr 2030 versprochen. Einschließlich Wasserkraft sollten es 35 Prozent werden.

Von diesen Zielen ist Japan sehr weit entfernt. Der Stromanteil von erneuerbaren Energien hat sich zwar seit der Einführung hoher Einspeisetarife im Sommer 2012 inzwischen verdoppelt, aber beträgt erst 1,6 Prozent. Die Wasserkraft macht 8,4 Prozent der Stromerzeugung aus.

Atomstrom als Basislast-Energiequelle

Nun haben sich die Koalitionspartner nach Bloomberg-Informationen auf die Formulierung geeinigt, dass der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien mindestens früher bekannt gegebene Ziele überschreiten soll. Im vergangenen Plan von 2010, den die Demokratische Partei zu verantworten hatte, sollte Japan bis 2030 insgesamt 20 Prozent seiner Elektrizität aus Sonne, Wind, Erdwärme und Biomasse schaffen.

Der Atomenergie wird in dem neuen Plan die Rolle einer „wichtigen Grundlast-Energiequelle“ zugewiesen. Dabei wird ignoriert, dass möglicherweise nur ein Drittel der Atomkraftwerke in den nächsten Jahren zurück ans Netz kommt (JAPANMARKT Online berichtete). Mit 10 Prozent Anteil an der Stromerzeugung wäre Atomstrom jedoch keine wichtige Grundlastquelle.

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