Tokio (JAPANMARKT/nd) – Für die ausländischen Autobauer in Japan war das Geschäftsjahr 2013, das bis Ende März lief, das beste ihrer Verkaufsgeschichte. 302.000 Fahrzeuge wurden abgesetzt, so viele wie zuletzt 1997. Der Marktanteil (ohne Kei-Cars) für die Importeure stieg vom niedrigsten Wert von 5,2 Prozent im Jahr 2005 auf nun 8,8 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Statistikbeginn 1989. Dabei konnte Mercedes-Benz seinem lokalen Rivalen Lexus wieder die Rücklichter zeigen.

Premium-Verkäufer Nr. 1

Die deutsche Premium-Marke aus Stuttgart verkaufte nach den jüngsten Marktdaten der Japan Automobile Importers Association die Rekordzahl von fast 60.000 Fahrzeugen. Das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit konnte Mercedes den Konkurrenten Lexus überholen und nach vier Jahren die führende Absatzposition im Premium-Markt in Japan zurückerobern. Zudem erzielte man mit 17 Prozent den zweitgrößten Marktanteil unter den ausländischen Importeuren.

Dazu trug auch die Einführung der neuen A-Klasse im Januar 2013 bei. Davon wurden im Kalenderjahr 2013 insgesamt 14.600 Stück verkauft. Fast jeder vierte Mercedes-Verkauf in Japan war damit ein Kompaktwagen. Import-Marktführer Volkswagen kam auf 72.000 verkaufte Autos mit einer Zuwachsrate von 25 Prozent und einem Marktanteil von 20 Prozent. Viele Keicar-Besitzer steigen auf das kleinste VW-Modell up! um. BMW verkaufte 50.000 Autos und damit 21 Prozent mehr als im Vorjahr und schaffte einen Marktanteil von 14 Prozent.

Geschlossener Automarkt

Ford-Chef Alan Mulally bezeichnete Japan erst im vergangenen Jahr als den „am meisten geschlossenen Automarkt der Welt“. Damit meinte er nicht nur die Tatsache, dass zwei von drei verkauften Autos inzwischen Kei-Cars (Leichtfahrzeuge mit weniger als 660 Kubikzentimeter Hubraum, die nur Japaner herstellen) sind, sondern auch die aufwändigen und damit teuren Zertifizierungen von Importfahrzeugen.

Doch die japanischen Autobauer haben offenbar nicht damit gerechnet, dass die Verbraucher selbst die Vorteile der ausländischen Autos erkennen: So sank der Marktanteil von Toyota im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber 2009 um zwei Punkte auf 46 Prozent. Nissans Anteil schrumpfte um drei Punkte auf 16 Prozent.

Jedoch waren sieben der zehn Verkaufsschläge der letzten zwölf Monate Kompaktfahrzeuge. Kein einziges ausländisches Modell fuhr in die Spitzengruppe. Der Golf von Volkswagen mit 31.000 verkauften Stück schaffte es gerade einmal auf Platz 27 – trotz der Auszeichnung zum „Auto des Jahres“ im November (JAPANMARKT Online berichtete).

Alle Daten stehen hier (PDF).

Foto: Mercedes-Präsentation auf der Tokyo Motor Show 2013 (JAPANMARKT)