Tokio (JAPANMARKT/yp) – „Think different!“ war einst der Werbeslogan von IBM. Der japanische Brillen-Spezialist Jin denkt auch anders: Während Google die Alltagsbrille in eine Kamera zur Beobachtung der Umgebung verwandelt hat, hat Jin – ganz frisch und gegen die normale Richtung gedacht – eine Brille entwickelt, die ihren Träger beobachten und ihm beim alltäglichen Leben unterstützen kann. Das technische Konzept ist ziemlich raffiniert.

Elektrische Augenspannung

Die Meme Brille verfügt über drei Sensoren, die Informationen über den Zustand ihres Trägers sammeln. Die Sensoren sitzen an der Nase, nahe den Augen und hinter den Ohren und messen das elektrische Potenzial während der Augenbewegungen.

Dabei handelt es sich um Elektro-Okulographie-Sensoren, die angeblich zum ersten Mal in einem Verbraucherprodukt eingesetzt werden. Die Spannungsdifferenz zwischen der Hornhaut und der Netzhaut lässt Aufschluss über die Konzentrationsfähigkeit und Müdigkeit des Nutzers zu.

Die Brille lässt sich auch dafür einsetzen, das Smartphone-Display zu bedienen, indem man nach rechts oder links blickt. Denn die Brille ist über eine Bluetooth-Verbindung direkt mit dem tragbaren Taschencomputer verbunden.

Brillen-App warnt vor Müdigkeit

Die Brille wiegt 36 Gramm einschließlich aller technischen Elemente. Dazu gehören auch ein dreichachsiger Beschleunigungsmesser und ein Gyroskop. Die Brille ermittelt damit die Zahl der Schritte und die verbrannten Kalorien.

Im verdickten Ende des Bügels steckt eine wiederaufladbare Lithium-Ion-Batterie, deren Kapazität für acht Stunden reicht. Ein Kopfband mit einer Backup-Batterie kann die Betriebsdauer verdoppeln. Die Brille lässt sich mit regulären Brillengläsern ausstatten und kommt in verschiedenen Varianten, auch als Sonnenbrille.

Die dazugehörige App für Apple, Android und Windows kann Mitarbeiter oder Fahrer davor warnen, dass sie „ein bisschen schläfrig“ oder müder geworden sind. Es gibt schriftliche Hinweise oder tönende Warnsignale. Jin Co. hat früher Brillengläser verkauft, die das blaue, müde machende Licht von Computer-Bildschirmen filtern.

Der Hersteller plant einen Software-Baukasten für App-Entwickler. Der Verkaufsstart der Brillen wurde für Frühjahr 2015 angesetzt. Die Preise stehen bisher noch nicht fest.

Foto: Jin Co.