Tokio (JAPANMARKT/jw) – In den sechs Jahren bis zu Olympia 2020 will Japan sich touristenfreundlicher geben. Maßnahme Nummer 1 sind mehr kostenlose Internet-Zugänge über W-Lan. Die Bahnbetreiber und die Präfektur Osaka gehören zu den Vorreitern. Maßnahme Nummer 2 zielt auf besucherfreundliche und besser verständliche Karten, Schildern und Hinweiszeichen. Diese Maßnahmen sollen auch den allgemeinen Tourismus ankurbeln.

Kostenloses W-Lan

Eine Umfrage der Japan Tourismus-Agentur brauchte es schon 2011 an den Tag: Jeder vierte Besucher beschwerte sich über den Mangel an kostenlosen Zugängen zum drahtlosen Internet. Am Flughafen Narita gibt es das schon lange. Schon haben einige Bahnbetreiber mit einem kleinen Anfang reagiert: Bis Ende April hatte JR West in 26 Bahnstationen im Raum Osaka kostenloses WiFi installiert. Hier eine „Gebrauchsanweisung“ (PDF).  JR East hat W-Lan-Sender in 18 Bahnhöfen in der Stadtmitte von Tokio in Betrieb genommen.

Die Präfekturregierung Osaka hat seit Ende Januar mit dem Aufbau von kostenlosen W-Lan-Stationen begonnen. Der Dienst „Osaka Free Wi-Fi“ soll Touristen mit Informationen über Restaurants und Geschäfte in Osaka versorgen und ihnen gleichzeitig erlauben, ihre Erfahrungen online zu stellen und mit anderen zu teilen. Zunächst soll es 163 Zugangspunkte in 44 Orten geben, die bis Jahresende auf 8.000 Zugangspunkte in 3.000 Standorten ausgebaut werden.

Verständliche Schilder

Unterdessen arbeitet das japanische Tourismus-Ministerium daran, dass die neue Standardsprache auf offiziellen Karten und Hinweisschildern Englisch wird. Bisher werden oft japanische Ausdrücke benutzt, die in „römischer“ Schrift geschrieben werden. Zum Beispiel steht auf dem japanischen Hinweisschild für das „Parlament“ in westlicher Schrift das Wort „kokkai“ oder für „Tokyo Metropolitan Government Office“ das Wort „tocho“, mit denen ein Ausländer nichts anfangen kann.

Fukuoka zum Beispiel will den Hinweis „Hakata Futo“ zu „Hakata Wharf“ ändern. Die Stadt Kobe benannte „Boeki-senta-biru-mae-biru“ in „Trade Center Building“ um. Die Stadtregierung Tokio hat mit 56 Regierungsagenturen, Bahnbetreibern und Lobby-Gruppen ein Forum gebildet. Innerhalb von fünf Jahren sollen alle Hinweise und Zeichen einheitlich touristenfreundlicher werden. Ein Problem ist der schwer auszusprechende Bahnhofsname „Kokuritsu Kyogijo“ direkt am Olympia-Stadion. Daher böte sich „National Stadium“ als Name an, aber das wäre eine komplette Umbenennung.

Foto: JR East