Tokio (JAPANMARKT/pb) – Der Entwurf für den staatlichen Wiederaufbauplan für die Region Fukushima sieht die Gründung einer „Stilllegungsstadt“ vor. Dort sollen mehrere tausend Arbeiter und Ingenieure wohnen, die das AKW Fukushima stilllegen werden. Da das Ganze mindestens 30 bis 40 Jahre dauern wird, plant die Regierung gleich eine komplette Stadt. Dadurch will sie auch den evakuierten Ex-Anwohner des Kraftwerks eine neue Zukunft geben.

Wohnstadt käme bis 2018

Laut dem Vorschlag von Industrieministerium und Kabinett, über den die Zeitung Asahi berichtete, soll die Küste von Fukushima im Hinblick auf Stilllegung und Abbau der Reaktorruinen wiederaufgebaut werden. Bis 2018 würde ein Wohnbezirk für rund dreitausend Arbeiter, Ingenieure und Wissenschaftler entstehen. Dazu gehören auch ein Krankenhaus und Restaurants.

Derzeit pendeln die Arbeiter von Hirono und dem Tepco-Zwischenquartier J-Village zum AKW Fukushima. Laut dem Plan würde die neue Stadt etwa zehn Kilometer südlich des AKW errichtet. Dafür soll die Gegend um die Stadt Okuma verstärkt dekontaminiert werden. Tepco will sein Fukushima-Hauptquartier 2015 von Naraha nach Tomioka verlegen.

Reaktormodell in Orginalgröße

Die Ingenieure und Forscher werden voraussichtlich nach 2020 die vier zerstörten Reaktoren öffnen, das geschmolzene Brennmaterial entfernen und die Anlagen bis auf den letzten Stein abbauen. In der Stadt Naraha würde dafür der Reaktor 1 in Originalgröße nachgebaut, damit die Ingenieure und Wissenschaftler sich auf die Stilllegung vorbereiten können.

Viele bisher noch evakuierte Fukushima-Bewohner könnten in dieser neuen Stadt Arbeit finden. Bisher haben Rückkehrer keine Aussichten auf Arbeit. Doch die Regierung will 15.000 Jobs durch ein neues Wärmekraftwerk sowie Anlagen für erneuerbare Energien schaffen. Die Frage ist, ob die Leidtragenden der Katastrophe den Rest ihres Lebens mit dem verhassten Atomkraftwerk zu tun haben wollen.

Foto: Überwucherte Autobahn in der ehemaligen Sperrzone (Via getnews)