Tokio (JAPANMARKT/pb) – Die Arbeitslosigkeit in Japan hat sich im Mai noch weiter der Region genähert, die man mit Vollbeschäftigung gleichsetzt. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 3,5 Prozent. Dieser Wert wurde zuletzt 1997 erreicht. Zugleich stieg die Zahl der offenen Stellen je Bewerber auf den höchsten Stand seit Juni 1992. Sorgen bereitet dagegen das Konsumverhalten der Haushalte.

Viele offene Stellen

Die jüngsten Daten deuten darauf, dass Japans Wirtschaft den Konjunkturknick im laufenden Quartal infolge der erhöhten Verbrauchssteuer schneller überwinden könnte als von vielen Analysten erwartet. Die Zahl der offenen Stellen je 100 Bewerber stieg im Mai auf 109. Das ist das beste Verhältnis seit 22 Jahren.

Die Arbeitslosenrate befindet sich nun in der Region zwischen 3,0 und 3,5 Prozent, die von Ökonomen mit Vollbeschäftigung gleichgesetzt wird. Der Mangel an Arbeitskräften könnte zu steigenden Löhnen und Gehältern führen, was das Inflationsszenario der Bank of Japan stützen würde.

Allerdings waren im April die Basiseinkommen ohne Überstunden und Boni weiter gesunken. Die Durststrecke hält damit fast zwei Jahre an.

Haushalte sparen

Die Kerninflation (ohne frische Lebensmittel) stieg im Mai um 3,4 Prozent mit dem höchsten Tempo seit 1982. Rechnet man jedoch die Anhebung der Verbrauchssteuer im April aus der Inflationsrate heraus, ergibt sich lediglich ein Anstieg um 1,4 Prozent gegenüber 1,5 Prozent im April. Es war der erste Rückgang der Kernrate seit acht Monaten.

Kuroda beobachtet vor allem das Erholungstempo des Binnenkonsums nach der Steuererhöhung. Die Haushalte verringerten ihre Ausgaben im Mai um 8,0 Prozent zum Vorjahr und damit vier Mal so kräftig wie vorhergesagt. Doch Finanzminister Taro wiegelte ab. Der Einbruch sei im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, meinte Aso.

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