Tokio (JAPANMARKT/pb) – Japanische Fahrzeughersteller preschen beim Wasserstoffauto vor. Toyota hat das erste kommerzielle Elektroauto mit Brennstoffzellen auf Wasserstoffbasis für das Frühjahr 2015 angekündigt. Nach Europa kommt es im Sommer 2015. Nissan will ein solches Fahrzeug mit Renault bis 2017 auf den Markt bringen. Honda hat sich mit General Motors verbündet und peilt 2020 als Startjahr an. Auch die japanische Regierung will die Technologie verbreiten. Aber so richtig überzeugt scheint sie nicht zu sein.

Zurückhaltende Zuschüsse

Premierminister Shinzo Abe hat den Wasserstoffantrieb zwar in die Liste seiner Wachstumsinitiativen für die japanische Wirtschaft aufgenommen. Aber seine Ziele wirken eher bescheiden. Erst 2020 würden so viele Brennstoffzellenautos auf den Straßen unterwegs sein, dass man die Technologie ausländischen Besuchern bei den Olympischen Spielen vorführen könne. Aber eine richtige Nachfrage erwartet man erst in den zwanziger Jahren.

Immerhin sollen die neuen Fahrzeuge mit 2 Millionen Yen Zuschuss gefördert werden. Doch selbst dann würde das erste Fuel Cell Vehicle (FCV) von Toyota noch 5 Millionen Yen ohne Steuern kosten. Jetzt kritisierte sogar die konservative Wirtschaftszeitung Nikkei den konservativen Ansatz der Regierung: Der Vision fehle Pep, schrieb die Zeitung.

Unberücksichtigte Vorschläge

Das FCV-Wachstumsprogramm falle hinter die Forderungen einer Arbeitsgruppe der Liberaldemokratischen Partei zurück. So wollten die LDP-Experten, dass der Preis von Brennstoffzellenfahrzeugen mit Subventionen auf das Niveau von Hybridautos gesenkt wird. Das würde Zuschüsse von rund 4 Millionen Yen erfordern. Außerdem sollten Firmen und individuelle Fahrer – außer Taxifahrern – den Wasserstoff umsonst bekommen.

Andere Vorschläge waren die Abschaffung von Autobahngebühren für FCV bis 2020, die Vorgabe für staatliche Stellen, ihren Anteil an umweltfreundlichen Dienstwagen auf 30 Prozent zu erhöhen sowie die Installation von Wasserstofftankstellen in allen Präfekturen. Keine dieser Ideen findet sich im Wachstumsprogramm von Abe wieder. Doch die Regierung sollte angesichts dieser „großen Gelegenheit“ eine stärkere Botschaft vermitteln, forderte die Zeitung.

Foto: Industrieminister Toshimitsu Motegi und Toyota-Chef Akio Toyoda vor einer Probefahrt mit dem Brennstoffzellen-Fahrzeug von Toyota (Toyota)