Tokio (JAPANMARKT/yp) – Junge Japaner gelten als konservativ. Und das gilt offenbar auch für Frühstück, wie eine Umfrage der Agrargenossenschaften belegt: Danach bevorzugen mehr als die Hälfte der Japaner im Alter zwischen 20 und 30 zum Frühstück Reis anstatt Brot. Im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung. Doch ihre Begründung überzeugt.

Ältere essen lieber Brot

Laut der Umfrage unter 1.000 Japanern über ihre Ernährungsgewohnheiten zum Frühstück erklärten 50,6 Prozent der Befragten in den Zwanzigern, sie äßen lieber Reis, da man davon länger satt bleibe. Wer das japanische Brot kennt, das vor allem weich und labrig ist, wundert sich darüber nicht. 34,5 Prozent der Befragten essen Brot zum Frühstück.

In der Gesamtheit der Befragten entschieden sich jedoch fast 50 Prozent für Brot, knapp 39 Prozent für Reis und 4,4 Prozent für Joghurt. Entsprechend überwiegen auch in den Altersgruppen über 30 die Brot-Esser. Von den 60-jährigen essen fast 60 Prozent eher Brot als Reis. Das Ergebnis kann kaum im Sinne der Agrarkooperativen sein: Denn der Reisabsatz geht seit Jahren zurück.

Brot: einfach zu essen

Zu den Gründen für die Wahl von Brot erklärten über 90 Prozent der Befragten, Brot sei „einfach zu essen“. Zugleich erklärten 62 Prozent, dass Reis ein volles Sättigungsgefühl erzeuge. Mehrere Antworten waren erlaubt. Immerhin ahnen die Brotesser, dass ihre Nahrung nicht so wertvoll ist: 64 Prozent halten Reis für eine gute Ernährung. Dies glauben nur 45 Prozent der Brot-Esser.

Im Schnitt wenden die Japaner 13,5 Minuten für ihr Frühstück auf. 1 % ist nach weniger als 1 Minute fertig. 69 Prozent essen täglich Frühstück. Über 53 Prozent essen ihr Frühstück allein – darin spiegelt sich die wachsende Zahl von 1-Personen-Haushalten wider. Am Wochenende schrumpft dieser Prozentsatz jedoch auf 38 Prozent.

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