Tokio (JAPANMARKT/mf) – Honda verliert auf dem Automarkt in Europa zunehmend an Boden. Der Marktanteil ist seit der Finanzkrise um die Hälfte auf monatsweise unter 1 Prozent geschrumpft. Honda ist sogar hinter Mazda und Suzuki zurückgefallen. Auch von der Erholung des Marktes in diesem Jahr hat Honda nichts gehabt. Dennoch lehnt Honda einen Rückzug aus Europa ab.

Markt wächst, Honda fällt zurück

Doch die Zeichen des Niedergangs sind überdeutlich: Während Nissan und Toyota ihren Absatz in der ersten Jahreshälfte 2014 um 10 Prozent und Toyota um knapp 7 Prozent steigerten, schrumpften die Verkaufszahlen von Honda um knapp 8 Prozent. In den 30 Ländern der Region verkaufte Honda nur noch rund 72.000 Autos. Dagegen wuchs der Gesamtmarkt um über 6 Prozent.

Einige Analysten warnen bereits davor, dass Hondas Absatz im Gesamtjahr unter 1 Prozent fallen wird. Das war bereits in der ersten Jahreshälfte in mehreren Monaten der Fall. Das hat Folgen: Eine der beiden Produktionslinien im englischen Swindon ist seit dem Frühjahr eingemottet. Die Fabrik kann 250.000 Fahrzeuge jährlich produzieren. 340 Stellen wurden bereits abgebaut.

Gründe für Hondas Niedergang

Die Gründe für den Niedergang von Honda in Europa sind vielfältig: Nach der Finanzkrise wandten sich die europäischen Autokäufer kleineren Fahrzeugen zu. Dadurch rutschte Honda tief in die roten Zahlen. Zweitens hat sich Honda in den letzten Jahren auf die Schwellenländer konzentriert und dabei Europa in der Modellpolitik und Motorenauswahl vernachlässigt.

Nach einem Bericht der Finanzzeitung Nikkei erwartet Honda Europa auch in den nächsten beiden Jahren keine Besserung auf diesem wichtigen Markt. Dennoch will Japans drittgrößter Autobauer den Markt nicht aufgeben, so wie es Daihatsu im vergangenen Jahr getan hat. Einige Hoffnungen ruhen auf dem neuen Civic Typ R, der auf dem Genfer Autosalon vorgestellt wurde.

Foto: Hondas neuer Civic Typ R (Honda)