Tokio (JAPANMARKT/yp) – Es gibt Nobelpreise und es gibt Ig Nobelpreise. Letztere sind für lustig anmutende Forschungen, die ernst gemeint sind. Den Ig Nobelpreis für Physik in diesem Jahr haben vier japanische Wissenschaftler gewonnen. Sie untersuchten die Gleitfähigkeit von Bananenschalen, auf denen man ja bekanntlich leicht ausrutschen kann. Ein Preis ging übrigens nach Deutschland.

Rutschkoeffizient von Schale

Jedes Jahr im September werden die Ig-Nobelpreise von der Universität Harvard vergeben. Die Biologin Sabine Begall und ihre Mitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen erhielten den Preis in diesem Jahr, weil sie herausfanden, dass Hunde sich beim Pinkeln und Haufenmachen an der Nord-Süd-Orientierung des Magnetfelds der Erde richten. (Alle Preisträger stehen hier.)

Das japanische Papier mit dem Titel „Rutschkoeffizient unter der Bananenschale“ erforschte das Ausmaß der Gefahren, wenn man auf eine Bananenschale tritt. Der Koeffizient wurde für die Region zwischen der Bananenschale und dem Fußboden ermittelt. Den Preis erhielten Kiyoshi Mabuchi, Kensei Tanaka, Daichi Uchijima and Rina Sakai. Kiyoshi Mabuchi ließ es sich nicht nehmen, den Preis persönlich entgegenzunehmen.

Schmierige Bananenschale

Man könnte glatt den Verdacht bekommen, die vier Japaner wollten diesen Ig-Nobelpreis haben: Bei den Experimenten wurde ein Kräftewandler mit sechs Freiheitsgraden unter einem Linoleumboden fixiert. Die Reibungs- und Druckkraft wurden simultan gemessen, während eine Schuhsohle auf einer Bananenschale gedrückt und hin und her geschoben wurde. Der ermittelte Reibungskoeffizient betrug 0,07.

Das sei wesentlich niedriger als auf gewöhnlichen Materialien, darunter die Schale von anderen Früchten, und ähnlich gering wie auf geschmierten Flächen. Durch mikroskopische Beobachtung wurde herausgefunden, dass ein zuckerhaltiges Gel die dominierende Rolle der Schmierwirkung einer Bananenschule sei, die sich unter Druck zu einem homogenen Sol verändere.

Foto: Wikipedia