Tokio (JAPANMARKT/mf) – Hiroshi Mikitani, Gründer von Japans größtem Online-Kaufhaus, baut gerade für 2,3 Milliarden Yen (17 Millionen Euro) ein Haus in Shibuya. Mehr als die Hälfte davon musste der Milliardär für das Grundstück bezahlen. Das Projekt wirft ein Schlaglicht auf den starken Anstieg der Immobilienpreise in Luxus-Vierteln der japanischen Hauptstadt seit der Finanzkrise.

10.000 Euro pro Quadratmeter

Kennen Sie Shoto? So heißt der Nobelbezirk des berühmten Stadtviertels Shibuya. Das Gebiet liegt westlich des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders NHK. Dort errichtet der viertreichste Japaner gerade auf 880 Quadratmeter ein zweistöckiges Haus, das im Februar fertigwerden soll. Das Design liefert der minimalistische Architekt Hirotaka Kidosaki.

Nach Angaben der Finanzagentur Bloomberg hat Mikitani das Grundstück im Februar 2011 zu einem unbekannten Preis gekauft. Transaktionen in der Nachbarschaft zur gleichen Zeit deuten jedoch auf einen Quadratmeter-Preis von 1,44 Millionen Yen (10.400 Euro). Zum Vergleich: In „normalen“ Gegenden von Tokio kostet der Quadratmeter zwischen 200.000 und 300.000 Yen (1.400 bis 2.200 Euro).

Preisanstieg um zwei Drittel

Aber laut einer Schätzung des Immobilienmaklers Century 21 Sky Realty, die von Bloomberg zitiert wird, sind die Grundstückspreise in Shoto seit Anfang 2011 um zwei Drittel gestiegen. Mikitani hat also damals einen Schnäppchenpreis bezahlt. Der Preisanstieg hängt mit der Erholung der japanischen Wirtschaft und der Rückkehr der Inflation in Japan zusammen. Außerdem gibt es kaum frei verfügbare Grundstücke in Shoto.

In Shoto wohnen übrigens auch der Chief Executive Officer des Pachinko-Maschinen-Herstellers Sankyo, Hideyuki Busujima, sowie Finanzminister Taro Aso. Er ist Mitinhaber der gleichnamigen Familienfirma für Baustoffe, Immobilien und Medizin, die von seinem Bruder geleitet wird.

Residenz von Finanzminister Aso

2008 musste Aso erstmals den Besitz des Grundstücks in Shoto bekanntgeben, als eine Veröffentlichungspflicht für Politiker eingeführt wurde. Laut diesen Angaben bewohnt Aso das Grundstück direkt neben der Botschaft von Neuseeland mit einer Fläche von 2.215 Quadratmetern, also fast drei Mal so viel wie Mikitani. Als Wert gab Aso damals mickrige 290 Millionen Yen an.

Das wären nur 131.000 Yen pro Quadratmeter (rund 940 Euro). So billige Privatgrundstücke gibt es in Tokio fast nirgends. Vermutlich wurde hier ein steuerlich relevanter Wert zugrunde gelegt. Der Marktwert allein für das Grundstück liegt eher über 5 Milliarden Yen (36 Millionen Euro).

Laut derselben Quelle wollte Rakuten-Gründer Mikitani übrigens vor acht Jahren sein Luxus-Apartment in Shoto verkaufen. Sein damals gewünschter Verkaufspreis: 600 Millionen Yen (4,3 Millionen Euro). Für ein Apartment wohlgemerkt. Sein Haus kostet rund vier Mal so viel.

Foto: Berühmte Shibuya-Kreuzung (flickr/Yoshikazu Takada)