Tokio (JAPANMARKT/pb) – Die japanische Regierung macht Ernst mit der Förderung von Frauen. Das offizielle Ziel einer Frauenquote von 30 Prozent für Manager soll gesetzlich festgeschrieben werden. Große Firmen müssen die Frauenförderung in ihre Geschäftspläne aufnehmen und regelmäßig Bericht erstatten. Aber die Höhe der Quote bleibt freiwillig.

Anreize für Frauen-Quote

Unternehmen ab 301 Mitarbeitern sowie die Lokalregierungen müssen Vorgaben für Frauenbeschäftigung festlegen und den Fortschritt regelmäßig offenlegen. Dagegen bleiben kleine und mittlere Firmen sowie regionale öffentliche Institutionen von dieser Pflicht verschont. Das sieht der vorläufige Gesetzentwurf vor.

Die Regierung will auch ein Anreizprogramm für Unternehmen, die Arbeitszeiten flexibilisieren und Arbeitsabläufe unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Frauen „diversifizieren“, institutionalisieren. Die Regierung setzte am vergangenen Freitag eine Einsatzgruppe für die Förderung von Frauen ein. Der Premierminister höchstpersönlich leitet diese Gruppe.

Kindermädchen erlaubt

Frauen im privaten Sektor besetzen nur acht Prozent der Führungsstellen in Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern. Im nationalen Beamtendienst sind es sogar nur drei Prozent. Die Regierung will dieses Problem an den Wurzeln anpacken, vor allem durch eine verbesserte Kinderbetreuung und die Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs.

Eine wichtige Maßnahme wird zunächst in den Sonderwirtschaftszonen ausprobiert. Dort sollen dann künftig normale Japaner ausländische Kindermädchen und Haushaltshelferinnen beschäftigen dürfen. Bisher war dieses Privileg Ausländern mit japanischem Wohnsitz vorbehalten, die ein ausländisches Kindermädchen direkt „sponsorn“ durften. Die Helferinnen sollen jedoch künftig über Dienstleister vermittelt werden.

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