Tokio (JAPANMARKT/mf) – Die japanische Regierung justiert die Stellschrauben für die Firmensteuer neu: Ab April wird der Satz für die Körperschaftssteuer zunächst um 2,51 Punkte verringert. Weitere Schritte sollen in den nächsten Jahren folgen, bis der Steuersatz unter 30 Prozent gesunken ist. Lohnerhöhungen werden noch stärker steuerlich gefördert.

Erweiterte Firmensteuer-Basis

Die Steuerreform 2015, die von den Regierungsparteien bereits beschlossen wurde, enthält mehrere Anreize im Sinne der Abenomics-Wirtschaftspolitik. Bis zum Fiskaljahr 2016 soll der Satz der Körperschaftssteuer auf 31,33 Prozent sinken. In der Addition wäre das eine Verringerung um 3,29 Prozentpunkte gegenüber heute.

Wie die Finanzzeitung Nikkei vorrechnete, bedeutet das für in Tokio beheimatete Unternehmen jedoch nur eine Verringerung auf 32,34 Prozent, weil der Satz hier höher ist. Im Gegenzug wird jedoch für alle Unternehmen die Basis ausgeweitet. Dazu gehört eine erweiterte Grundlage für den Steuerteil, der auf die Firmengröße in Bezug auf Lohnsumme, Zinszahlungen und andere Faktoren zu zahlen ist.

Reform trifft große Firmen

Die Steuersenkung kostet den Staat nach offiziellen Schätzungen 1,2 Billionen Yen (8,3 Milliarden Euro) pro Jahr. Durch die erweiterte Steuerbasis und die Schließung von Steuerschlupflöchern wie Veränderungen bei Verlustvorträgen und bei der Dividendenbesteuerung reduziert sich dieser Verlust auf 800 Milliarden Yen. Mehr Details stehen hier.

Die Änderungen treffen vor allem rund 15.000 große Firmen mit mehr als 100 Millionen Yen Eigenkapital. Die gute Nachricht für mittelgroße und kleinere Firmen: die ersten 800 Millionen Yen an zu versteuerndem Einkommen werden weiterhin nur mit 15 Prozent besteuert. Diese Subvention wurde um zwei Jahre verlängert.

Lohnplus verringert Firmensteuer

Lohnerhöhungen sollen sich für die Unternehmen noch mehr rechnen. Nach dem vor zwei Jahren eingeführten System können Firmen, die ihre Löhne 2013/4 um mindestens 2 Prozent und 2015 um mindestens 3 Prozent anheben, zehn Prozent der zusätzlichen Lohnsumme von ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen.

Diese Möglichkeit wird nun ausgeweitet: für große Firmen, wenn sie 2016 ihre Löhne um mindestens 4 Prozent und für kleine und mittelgroße Firmen, wenn sie 2016/7 ihre Lohnsumme um mindestens 3 Prozent anheben. Japan dürfte das einzige Land sein, wo es solche Anreize für höhere Löhne gibt.