Tokio (JAPANMARKT/fr) – Der erste Vorstoß des US-Taxi-App Uber auf den japanischen Mitfahrmarkt ist gescheitert. Das Verkehrsministerium stoppte die App-Vermittlung „Everyone’s Uber“, di in Kyushu-Hauptstadt Fukuoka an den Start gegangen war.

Pilotprogramm in Fukuoka

Das Kerngeschäft des US-Taxivermittlers besteht darin, mitnehmwillige Autofahrer von Privatautos mit Fahrgästen per Smartphone-App zusammenzubringen. Doch das japanische Verkehrsministerium sieht darin einen Verstoß gegen Taxi-Lizenzvorschriften.

Das Pilotprojekt in Fukuoka hatte am 5. Februar begonnen und wurde mit einer Gesellschaft der Universität Kyushu unternommen. Die Kunden des Pilotprogramms durften umsonst mitfahren, während der US-Konzern die Fahrer bezahlte und im Gegenzug Verkehrs- und Nutzerdaten aufnahm.

Uber will Bezahlmodus ändern

Das Design des Pilotprojektes war ganz offensichtlich darauf angelegt, die Behörden nicht herauszufordern. Doch die Vorsicht nützte Uber nichts. Das Ministerium sieht einen Verstoß gegen die üblichen Taxi-Vorschriften in der Tatsache, dass die Fahrer ohne Taxilizenz von dem Programm profitieren.

Uber kündigte eine Überarbeitung des Kompensationsmodells an und will weiter mit den Behörden verhandeln. Doch die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die US-Amerikaner auf Granit beißen. Es gibt bereits zu viele Taxen in den Großstädten. Private Fahrer würden das Geschäft noch mehr erschweren.

Bisher hatte sich Uber auf die Standardvermittlung von Taxen beschränkt. Auf dem wichtigsten Markt – der Metropolenregion Tokio – kämpften die Amerikaner dabei mit lokalen Platzhirschen. Zuletzt stieg auch der SMS-Messenger-Dienst in die Taxi-Vermittlung ein (JAPANMARKT Online berichtete). Für Uber bleiben voraussichtlich nur Nischen wie ausländische Besucher und Geschäftsleute.

Foto: Uber