Tokio (JAPANMARKT/fr) – Das Bündnis für die Betreuung von Japans vielen Senioren wurde in New York geschlossen: Denn die japanische Post will ihre Service zur Altenbetreuung mit Hilfe von Apple und IBM modernisieren. Das Projekt ist richtungsweisend.

iPads für Millionen Senioren

Japans Post ist – gemessen an der Zahl von 400.000 Mitarbeitern – das größte Unternehmen des Landes und mit ihren 24.000 Postfilialen auch in den entlegenen Winkeln des Landes vertreten. Schon seit einigen Jahren bietet die Post allem in solchen Gegenden Angehörigen von Senioren den Service an, dass Postbeamte ihre betagten Eltern oder anderen Verwandten zu Hause aufsuchen, dort nach dem Rechten schauen und ihre Beobachtungen weiterleiten.

Dieser Service lässt sich ohne zusätzliche Stellen nur in beschränktem Umfang realisieren, zumal die Zahl der Senioren in Japan weiter wachsen wird. Deshalb hat die japanische Post jetzt ein Bündnis mit Apple und IBM geschlossen und will diese Betreuung verstärkt auf elektronischem Weg abwickeln. Auf dem iPad-Tablet werden spezielle Apps installiert. Die 400.000 Postbeamten werden dann im Umgang mit den iPads geschult. Danach sollen sie die Senioren in ihrem Gebrauch einweisen und ihnen dann die Tablets überlassen.

Post, Apple und IBM im Verbund

Über die Apps können die Senioren Kontakt zu ihrem Betreuer, ihren Pflegern und ihren Angehörigen halten. Deswegen wird es Apps geben für automatische Erinnerungen, dass die Senioren ihre Medikamente nehmen, Ratschläge zur Ernährung und Körperertüchtigung sowie Online-Bestellmöglichkeiten von Lebensmitteln im lokalen Einzelhandel. Dabei wird IBM bestehende Apps für Gesundheitsbetreuer entsprechend umprogrammieren.

Bis 2020 will Japans Post die iPads an 4 bis 5 Millionen alte Mitbürger verteilen. Dafür dürfte wie schon beim bisherigen direkten Betreuungssystem eine monatliche Gebühr fällig werden. Über weitere Details des Gebührenmodells ist noch nichts bekannt. Das Projekt ist das Ergebnis der institutionalisierten Zusammenarbeit von Apple und IBM. Interessant ist, dass die Post sich für einen ausländischen Anbieter entschieden hat, obwohl auch japanische Unternehmen in diesem Geschäft tätig sind.

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