Tokio (JAPANMARKT/fr) – Seit Jahren sucht Masayoshi Son nach einem Nachfolger an der Spitze seines Telekom-Konzerns Softbank. Jetzt scheint der 57-jährige Milliardär die richtige Person gefunden zu haben – einen gebürtigen Inder und früheren Top-Manager bei Google.

Beförderung nach neun Monaten

Nikesh Arora, der erst seit Oktober für Softbank arbeitet, soll Mitte Juni und damit nach nur drei Monaten zum Präsidenten des japanischen Konzerns aufrücken. Bisher hatte Son dieses Amt seit der Firmengründung inne. Der Firmengründer bleibt Chief Executive Officer und Chairman. Arora ist im Verwaltungsrat bereits der Stellvertreter von Son gewesen.

Der Milliardär machte bei der Vorstellung der Geschäftszahlen am Montag klar, dass Arora sein Favorit für die Nachfolge ist. „Nachdem ich neun Monate mit ihm gearbeitet habe, bin ich zuversichtlicher geworden, dass Nikish der Top-Kandidat ist“, sagte Son. „Er ist zehn Jahre jünger als ich und hat mehr Fähigkeiten“, sagte er über seinen Nachfolger.

Von Japan Softbank zu Global Softbank

Aber es gibt auch strategische Überlegungen. In der ersten Phase der Entwicklung sei der Kern von Softbank auf Japan fokussiert gewesen. Aber in der zweiten Phase erlebe man die Transformation zu einem globalen Unternehmen. Da scheint die Wahl eines Weltbürgers nur konsequent zu sein. Der Inder ist im Silicon Valley zuhause und hatte zehn Jahre lang für Google gearbeitet (JAPANMARKT Online berichtete).

Die letzte drei Jahre bis 2014 verantwortete er alle Partnerschaften, das Marketing, den Vertrieb und die Kundenaktivitäten. Als Investitions-Chef für Softbank hatte der 47-jährige zuletzt in die indischen Startups Snapdeal, Ola Cabs und Housing.com investiert. Insgesamt sollen 10 Milliarden Dollar in den Online-Einzelhandel in Indien fließen, der bisher weitgehend brach liegt.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte Arora, er habe sich 45 Firmen in Indien angesehen, aber nur drei für eine Kapitalanlage ausgewählt. Softbank hatte in der Vergangenheit bei frühen Investitionen in junge Firmen eine glückliche Hand bewiesen. So besitzt man heute rund ein Drittel des weltgrößten Online-Retailers Alibaba Group.

Foto: Nikesh Arora am 11. Mai in Tokio (Screenshot Softbank-Video)