Tokio (JAPANMARKT/fr) – Die Namen Mitsubishi Corp, Mitsui & Co, Sumitomo Corp, Itochu Corp und Marubeni stehen für Japans fünf größte Handelsriesen. Ihre riesige Erfahrung im Kaufen und Verkaufen sollte eigentlich verhindern, dass sie zu große Risiken eingehen. Dennoch haben sie sich mit Rohstoffen schwer verspekuliert.

Nicht genug Risikovorsorge

Nach der Fukushima-Atomkatastrophe brauchte Japan dringend neue Reserven an Öl, Gas und Kohle im Ausland, um seine Energiezufuhr zu sichern. Gleichzeitig versprachen steigende Preise hohe Gewinne. In rasantem Tempo und in großm Stil erwarben Japans große Handelskonzerne daher Rohstoff-Vorhaben. Dabei betrieben sie offenbar nicht ausreichend Risikovorsorge.

Denn auf das Platzen dieser Rohstoffblase und den Preissturz bei Öl, Gas, Kohle und Eisenerz waren die Handelsriesen nicht vorbereitet. Diese Preiskrise hat die Konzerne seit dem vergangenen Jahr zu hohen Abschreibungen gezwungen. Allein für das abgelaufene Geschäftsjahr waren es rund 6 Milliarden Euro. Das entspricht zwei Drittel ihrer Erträge im selben Jahr.

In erster Linie handelt es sich um Öl- und Gasfelder. Aber Marubeni zahlte 2012 für den US-Getreidehändler Gavilon 5,6 Milliarden Dollar. Seitdem ist der Weizenpreis um ein Viertel gefallen. Schwer rechtfertigen lässt sich heute auch der Zukauf der Fertigprodukte und Frischwaren von Dole Food durch Itochu in 2012 für 1,7 Milliarden Dollar.

Wohltaten für die Aktionäre

Die Einkaufstour wirkte sich negativ auf der Schuldenseite aus: Die zinspflichtigen Verbindlichkeiten der fünf Häuser haben sich mit Stand Jahresende innerhalb von fünf Jahren auf umgerechnet 158 Milliarden Euro ungefähr verdoppelt. Zum Glück hat der Rohstoffhandel den Konzernen bis zum Ölpreisabsturz genug Gewinne beschert, um jetzt ihre Aktionäre mit großzügigen Trostpflastern bei der Stange halten zu können.

Branchenführer Mitsubishi Corp geht dabei voran. Das Handelshaus will 45 Millionen Aktien für bis zu 100 Milliarden Yen (746 Millionen Euro) zurückkaufen. Das entspricht knapp 3 Prozent der Anteile und ist der zweite Rückkauf innerhalb von zwei Jahren. Denn allein im letzten Quartal 2014 hatte der Handelsriese 35 Milliarden Yen auf Investitionen in Schiefergas in Kanada und ein Ölfeld in der Nordsee abgeschrieben.

Foto: Erdgas-Projekt von Mitsubishi Corp. (Quelle)