Tokio (JAPANMARKT/fr) – Der Streit um das neue Stadium für Olympia 2020 in Tokio geht weiter. Das Sportministerium will das Dach für das Stadion erst nach Olympia einbauen und verlangte eine Kostenbeteiligung der Stadt Tokio. Bürgermeister Yoichi Masuzoe hatte dafür kein offenes Ohr.

Stadion wird kleiner und preisgünstiger

Das alte Stadion von 1964 ist offiziell bereits abgerissen. Das Gelände sieht heute wie eine Wüste aus (siehe Tweet). Doch der Neubau bleibt weiter umstritten. Eine Realisierung des futuristischen Entwurfs von Stararchitektin Zaha Hadid mit dem ersten verschließbaren Dach der Olympischen Geschichte würde 300 Milliarden Yen (2,2 Milliarden Euro) kosten. Nach Protesten von Anwohnern, Stadtplanern und Architekten soll das ganze Projekt jetzt etwas kleiner werden.

Architektin Hadid hat ihren Entwurf daher überabeitet (siehe Bild oben). Sportminister Hakubun Shimomura schlug außerdem am Montag vor, auf das verschließbare Dach zu verzichten und es erst nach den Spielen einzubauen. Außerdem sollen 30.000 der 80.000 Sitzplätze provisorisch sein und nach den Spielen abgebaut werden. Dadurch würden die Baukosten auf 169 Milliarden Yen sinken. Zugleich brach Shimomura den nächsten Streit vom Zaun.

Tokio von Kostenbeteiligung überrascht

Der Neubau des Stadions soll im Oktober beginnen. Es schon zur Rugby-Weltmeisterschaft 2019 in Tokio eingeweiht werden. Nun forderte Sportminister Shimomura die Stadtregierung von Tokio offenbar überraschend auf, 50 Milliarden Yen und damit knapp ein Drittel der Baukosten zu übernehmen.

Nur hatte Bürgermeister Masuzoe von einer Selbstbeteiligung bisher offenbar noch nie gehört. „Es bringt nichts, immer wieder zu sagen, dass wir das Stadion bauen können“, sagte Masuzoe nach einem Bericht der Boulevardzeitung Nikkan Sports. Das erinnere ihn an die Kaiserliche Armee im Zweiten Weltkrieg, die immer von Sieg gesprochen habe, aber längst am Verlieren war.

Foto: Überarbeiteter Entwurf für Olympia-Stadion (Zaha Hadid)