Tokio (JAPANMARKT/pb) – Zum ersten Mal findet am Mittwoch und Donnerstag eine international orientierte Fachmesse für japanische Immobilien statt. Die MIPIM Japan ist ein Ableger der renommierten Fachmesse MIPIM in Cannes. Der Veranstalter setzt auf langes und großes Interesse aus dem Ausland an japanischen Immobilien.

Regierung buhlt um Auslands-Investoren

Mit 5,1 Billionen Yen (37,5 Milliarden Euro) an veröffentlichen Transaktionen erreichte der japanische Immobilienmarkt fast wieder das Volumen des Boomjahres 2007 vor der Finanzkrise. Aber der Auslands-Anteil von 19,3 Prozent liegt heute um die Hälfte höher als damals. Die im internationalen Vergleich niedrige Quote will die japanische Regierung nun aktiv erhöhen.

Schon auf der Immobilien-Fachmesse MIPIM in Cannes im März führte Bau-Staatssekretär Kisaburo Ishii eine 120-köpfige Werbedelegation an. Nun findet am Mittwoch und Donnerstag der erste Japan-Ableger dieser Messe – die MIPIM Japan – in Tokio statt. Mehr als die Hälfte der 210 Aussteller kommt aus Japan, darunter erste Adressen wie Mitsubishi Estate und Seibu Properties.

Deutsche Investoren vermehrt aktiv

Eine Teilnahme der wichtigsten Player wurde quasi zur Pflicht, weil das Bauministerium und die Stadtregierung die Messe unterstützen. 2.000 Investoren, Projektentwickler, Bauunternehmer und Experten werden erwartet. Zu den Top-Rednern gehören Hiromichi Iwasa, Chairman des größten Entwicklers Mitsui Fudosan, und der oft prämierte Architekt Kengo Kuma.

Auch Investoren aus Deutschland sind vermehrt in Japan aktiv. „Das deutsche Interesse ist so stark wie seit langem nicht mehr“, meinte Leonard Meyer zu Brickwedde, Präsident des Immobilien-Spezialisten Kenzo Capital mit Büros in Tokio und München, bei einem Pressefrühstück der AHK Japan vor der Messe.

Deutsche Fonds investierten 2014 rund 40 Milliarden Yen (192 Millionen Euro). Davon gingen 26 Mrd. Yen auf das Konto von Spezialfonds. Laut Kenzo Capital waren offene Immobilienfonds aus Deutschland zu Ende Januar mit 47,7 Milliarden Euro in Japan engagiert. Der Großteil davon wurde 2007/8 investiert.

Regierung will Transparenz verbessern

In diesem Zusammenhang bemüht sich die japanische Regierung mit Hilfe von zwei neuen Indizes – dem Japan Residential & Commercial Property Price Index und dem ARES Japan Property Index & Japan Fund Index – sowie einer mehrsprachigen Webseite um mehr Transparenz. Die Daten zu japanischen Gebäuden sollen künftig auf der Plattform realtor.com auch international zur Verfügung stehen.

Der Markt selbst ist noch jung. Institutionelle Investitionen sind in Japan erst seit der Jahrtausendwende möglich. Das gesamte Anlagevolumen schätzt der deutsche Experte Meyer zu Brickwedde auf unter 30 Billionen Yen (rd. 220 Milliarden Euro), davon 11 Bill. Yen unter Management von börsennotierten Immobilienfonds. Vor diesem Hintergrund soll die neue MIPIM Japan-Fachmesse künftig jährlich stattfinden.

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