Tokio (JAPANMARKT/fr) – Der Gouverneur der japanischen Notenbank, Haruhiko Kuroda, hat sein Vorbild enthüllt: Die Kinderbuchfigur Peter Pan. Dafür gibt es natürlich geldpolitische Gründe.

Peter Pan der Geldpolitik

Gerade hat der Internationale Währungsfonds der Geldpolitik von Japan mehr oder weniger einen Blankoscheck ausgestellt. In seinem jüngsten Japan-Bericht hatte der Währungsfonds empfohlen, die Geldpolitik noch weiter zu lockern, um die konjunkturellen Abwärtsrisiken zu beseitigen.

Nun erklärte Kuroda zur Eröffnung einer geldpolitischen Konferenz, die Macht der Überzeugung gehöre den besten Werkzeugen der Geldpolitiker. Dann zog er einen Vergleich mit der Geschichte von Peter Pan. Darin sage die Figur: „In dem Moment, in dem man daran zweifelt, dass man fliegen kann, kann man nie wieder fliegen.“

Macht der Überzeugung

Auch in der Geldpolitik brauche man positive Einstellung und Überzeugung. Jedes Mal, wenn Zentralbanken mit einer großen Bandbreite von Problemen konfrontiert seien, müssten sie neue Lösungen zur Überwindung diese Probleme finden. Auf Japan angewandt, will er wohl damit sagen: Die Wirtschaft kommt nur dann wieder in Gang, wenn die Gesellschaft wieder an Inflation glaubt.

Es ist nicht der erste bildhafte Vergleich, den Kuroda benutzt, um für seine ultraexpansive Geldpolitik zu werben. Beim letzten Mal musste dafür eine Rakete herhalten, die genügend Schubkraft brauche, um die Schwerkraft zu überwinden. Sich selbst hat er mit Paul Volcker, Chef der Fed am Anfang der achtziger Jahre, gleichgesetzt.

Volcker hatte damals mit seiner Geldpolitik allerdings die Inflation besiegt. Kuroda dagegen kämpft seit zwei Jahren mit der Beste der Deflation.

Foto: Haruhiko Kuroda (Bank of Japan)