Tokio (JAPANMARKT/fr) – Eigentlich hat man das Gefühl, dass in Japan schon an jeder Ecke ein Mini-Supermarkt steht. Aber der Branchenzweite Lawson ist anderer Meinung.

5 Prozent aller Läden sind Konbini

In einem Interview mit der Financial Times stellte Lawson-Chef Genichi Takamatsu klar, dass der japanische Markt noch nicht mit Konbini – die japanische Abkürzung für Convenience Store – gesättigt sei. Die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte sei von 1,6 Millionen binnen dreißig Jahren auf 1 Million geschrumpft. Nur 5 Prozent davon – etwa 55.000 – seien Konbini.

Die alternde und schrumpfende Bevölkerung biete Wachstumschancen. Immer mehr Single-Haushalte auch mit älteren Personen könnten zu einer Renaissance von Nachbarschaftsläden führen, während große Supermärkte leiden würden. Daher will Lawson in diesem Jahr 1.200 neue Geschäfte öffnen und 750 schließen. Unterm Strich wächst die Kette mit jetzt 12.000 Filialen also um einen Laden pro Tag.

Wachstumschancen auf dem Land

Vor allem auf dem Lande könnte die Konbini sich durchsetzen, meint Takamatsu. Dort sei die Zahl der Geschäfte in vielen Gegenden rapide geschrumpft. Es gebe weder Supermärkte noch Buchläden und nur noch wenige andere Läden. Mit ihrem breiten Sortiment können die Konbini diese vielen Lücken auf einmal schließen.

Das Konzept lässt sich gut verstehen, wenn man einen japanischen Konbini von innen gesehen hat: Die Läden sind hell, freundlich, oft 24 Stunden geöffnet, bieten warme Mahlzeiten, fertig abgepacktes Essen zum Aufwärmen, Kaffee zum Minipreis, Lesestoff und tägliche Bedarfswaren von der Glühlampe bis hin zum Rasierschaum. Extrem gute Logistikketten stellen sicher, dass die Regale stets gefüllt sind.

Foto: flickr/miki yoshihito