Tokio (JAPANMARKT/fr) – Japans größter Stromversorger Tepco hat seinen Quartalsgewinn fast verdreifacht. Trotzdem soll der Konzern weitere Staatshilfe für Entschädigungen erhalten. Wie passt das zusammen?

Billige fossile Brennstoffe

Tepco steigerte den Gewinn zum Vorjahr im Vierteljahr zwischen April und Juni von 70,7 Milliarden Yen auf 228,3 Milliarden Yen (1,7 Milliarden Euro). Netto erzielte der Stromkonzern einen Gewinn von 203,3 Milliarden Yen nach einem Verlust von 173 Milliarden Yen im Vorjahr.

Die Hauptursache für den Gewinnsprung waren die niedrigeren Energiepreise für fossile Brennstoffe. Mehr als ein Drittel des Stroms wird mit Flüssiggas, Öl und Kohle erzeugt, um die abgeschalteten Atomkraftwerke zu ersetzen. Außerdem machte sich der schwächere Yen positiv bemerkbar.

Endlose Entschädigungen

Dennoch hat die japanische Regierung dem Stromversorger auf dessen Antrag hin soeben weitere 950 Milliarden Yen (7 Milliarden Euro) bewilligt. Der Grund sind die anhaltend hohen Entschädigungen für die evakuierten Anwohner des AKW Fukushima. Sie erhalten mindestens 100.000 Yen pro Monat. Solche und andere Entschädigungen kosteten Tepco im vergangenen Quartal 405,6 Milliarden Yen (Seite 8 in diesem Bericht).

Doch diese Zahlung belastet die Bilanz nicht, weil der staatliche Entschädigungsfonds, der in Vorleistung tritt, Tepco 426,7 Milliarden Yen überwiesen hat. Der Konzern würde ohne diese Subvention also hohe Verluste schreiben, denn irgendwann muss er den Vorschuss an den Staat zurückzahlen. Mit dem neuen Zuschuss wächst die Summe dieser Vorleistungen auf insgesamt 7,07 Billionen Yen (52 Milliarden Euro).

Foto: Arbeiten an Reaktor 1 in Fukushima Ende Juli (Tepco)