Tokio (JAPANMARKT/fr) – Der Bosch-Rivale Denso setzt verstärkt auf Algen als Bio-Kraftstoff. Jetzt will der Toyota-Partner ein großes Algenzentrum bauen.

Großangelegte Algenzucht

Andere Länder wie die USA und Deutschland haben ausreichend Ackerflächen, um Mais für die Produktion von Bio-Kraftstoffen anzubauen. Japan geht einen anderen Weg: Man will Algen in Küstennähe, auf ungenutzten Flächen und in Industrieanlagen züchten und dabei die Ressource Wasser, die im Überfluss vorhanden ist, nutzen. Ein erfolgreiches Unternehmen ist Euglena (JAPANMARKT Online berichtete), Denso forscht seit 2008 in diese Richtung.

Das geplante neue Zentrum dient der Kultivierung von Mikroalgen und ihrer Verarbeitung zum Bio-Kraftstoff für Fahrzeuge. Das Zentrum soll in der Präfektur Kumamoto entstehen. Auf 20.000 Quadratmeter Fläche werden bis April 2016 drei ovale Zuchtteiche für die schleimigen Einzeller errichtet. Das ist knapp 70 Mal größer als das Testgelände, das der Automobilzulieferer in seiner Heimatpräfektur Aichi unterhält.

Hohe Produktionskosten

Bio-Kraftstoff soll die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen sowie die Emission von Kohlendioxid verringern. Algen haben dabei mehrere Vorteile gegenüber Mais oder Zuckerrohr: Damit lässt sich vor allem mehr Öl bei einem kleineren ökologischen Fußabdruck herstellen. Algen können auch in Küstennähe wachsen sowie auf Flächen kultiviert werden, die für Landwirtschaft ungeeignet sind.

Als Probleme gelten die hohen Produktionskosten und die mangelnde Akzeptanz auf der Firmen- und Kundenseite. Beim Bio-Kraftstoff sind die Hersteller auf Mikro-Algen im Gegensatz zu Makro-Algen wie Seetang fokussiert. In den Wasserbecken vermehren sie sich. Nach dem Trocknen wird das Öl extrahiert. Denso will nach eigenen Angaben 2018 mit der Großproduktion von Bio-Kraftstoff aus Algen beginnen.

Foto: Zeichnung der geplanten Algen-Zentrums (Denso)