Tokio (JAPANMARKT/pb) – Der TÜV Süd hat gemeinsam mit der ESPEC Corporation ein neues Prüfzentrum für Sicherheit von Antriebsbatterien nördlich von Tokyo in Betrieb genommen. Das erste Prüfzentrum dieser Art in Japan punktet mit einer Besonderheit.

Alle Prüfungen aus einer Hand

Dort können nämlich alle Fahrzeug- und Batteriehersteller umfangreiche Sicherheits- und Konformitätsprüfungen u.a. nach der verschärften UN-ECE-Regelung 100 weltweit erstmalig von der Sicherheitsprüfung bis zur Zertifizierung lückenlos und aus einer Hand und an einem Ort absolvieren. Bisher mussten Unternehmen verschiedene Prüflabore an unterschiedlichen Standorten aufsuchen. Die Vorteile liegen auf der Hand.

Die Kunden sparen Zeit und Geld, da der gesamte Prüf- und Zertifizierungsvorgang durchgängig von einem erfahrenen Expertenteam sehr effizient abgewickelt werden kann. Das Prüfzentrum bietet Herstellern auch die Möglichkeit, entwicklungsbegleitende Prüfungen mit eigenem Personal durchzuführen. Dafür stehen speziell geschützte Kundeneinrichtungen zur Verfügung, die höchste Vertraulichkeit bei Prüfung und Zertifizierung garantieren.

Schlüsselkomponente Batterie

Weltweit werden strengere Vorschriften zur Begrenzung von Treibhausgasen und Kraftstoffverbrauch erlassen, um kontinuierlich die lokalen und die globalen Emissionen aus dem Verkehrsbereich zu senken. Die Entwicklung von alternativen Antriebskonzepten wie Batteriefahrzeugen oder hybridisierten Fahrzeugkonzepten wird daher immer wichtiger, um diese ehrgeizigen Ziele erfüllen zu können.

Eine wichtige Schlüsselkomponente bildet dabei die Antriebsbatterie, die nicht nur leistungsfähig und langlebig sein soll, sondern auch anspruchsvolle Kostenziele erreichen muss. Vor allem muss die Batterie aber sicher sein, denn damit dem Elektrofahrzeug der Schritt in den Massenmarkt gelingt, müssen die Fahrzeuge und die Ladeinfrastruktur höchsten Sicherheitsanforderungen, auch bei Unfällen bzw. schwierigen Umweltbedingungen wie Überschwemmungen genügen.

Zehn Jahre Erfahrung

TÜV SÜD hat vor fast einem Jahrzehnt mit Sicherheitsprüfungen und Leistungsprüfungen von großen Batteriesystemen begonnen und eröffnet mit dem Labor in Japan das insgesamt siebte Prüflabor für Fahrzeugbatterien. Damit ist TÜV SÜD in der Lage, weltweit in allen wichtigen Automobilmärkten Batterieprüfungen anzubieten.

Um die Sicherheit von Elektrofahrzeugen und Antriebsbatterien weltweit zu vereinheitlichen, hat die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UN- ECE) 2013 ihre Regelungen für batterieelektrische Fahrzeuge deutlich verschärft. Damit müssen ab Juli 2016 alle neu zugelassenen Elektrofahrzeuge die Sicherheitsvorschriften der UNECE-Regelung 100, Änderungsserie 2, Teil 2 erfüllen. Dies bedeutet, dass alle Hersteller von Fahrzeugen und Fahrzeugbatterien umfangreiche Sicherheitstests durchführen und die in der Regelung geforderten Zertifizierungen von entsprechend akkreditierten Laboren durchführen lassen müssen.

Beschleunigter Zertifizierungsprozess

Um die japanische Fahrzeug- und Batterieindustrie und alle internationalen Hersteller mit Aktivitäten in Japan bei der Erfüllung dieser Forderungen zu unterstützen, arbeitet TÜV SÜD seit Oktober 2014 mit ESPEC zusammen, einem der führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Entwicklung von Prüfeinrichtungen für Umweltprüfungen und Prüfgeräte.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit ESPEC, mit der Kooperation konnten wir in Rekordzeit ein neues und extrem professionell ausgestattetes Batterieprüfzentrum realisieren“ so Volker Blandow, Leiter Elektromobilität bei TÜV SÜD. „Ich glaube die deutsche und die japanische Automobilindustrie steht vor ganz ähnlichen Herausforderungen.“

Foto: Crash-Test für eine Batterie im Testzentrum Oberpfaffenhofen (TÜV Süd)