Tokio (JAPANMARKT/pb) – Toshiba lässt bei der künstlichen Photosynthese nicht locker. Jetzt wurde eine Methode mit Katalysator entwickelt, die Kohlendioxid auf direktem Weg in Industriealkohol umwandelt.

Kohlendioxid zu Alkohol

Der neue Katalysator kann nach Firmenangaben bei der künstlichen Photosynthese Solarenergie benutzen, um das Treibhausgas Kohlendioxid ohne Umwege in einen industriell verwertbaren Rohstoff umzuwandeln. Der erzeugte Alkohol lässt sich bei der Herstellung von PET-Flächen, Polyester und anderen Plastikmaterialien nutzen.

Die meisten künstlichen Photosynthese-Prozesse setzen bisher auf einen Prozess der Reduzierung von Kohlendioxid um zwei Elektronen, der Karbonmonoxid und Ameisensäure produziert. Erst in der nächsten Stufe gibt es industriell direkt verwertbare Produkte. Andere erzeugen bei einer Mehrfach-Elektronen-Reduktion viele unerwünschte Nebenprodukte.

Bisher unmögliche Reaktion

Toshiba hat nun eine Multi-Elektronen-Reduktion gefunden, die direkt und ohne solche Nebenprodukte funktioniert. Die Konversion sei hocheffizient, teilte das Unternehmen mit, und erreiche einen Grad von 80 Prozent. Der neue Katalysator besteht aus einem Salz von Imidazol, das sehr dicht auf eine Goldoberfläche aufgetragen wird.

Die molekulare Interaktion zwischen dem Katalysator auf dem Gold und den Kohlendioxid-Molekülen führt zu der bisher für unmöglich gehaltenen direkten Umwandlung des CO2 in Industriealkohol. Die Forscher von Toshiba vermuten eine Reaktion mit gleich zehn Elektronen gleichzeitig. Toshiba hatte schon im Januar mit einem anderen Verfahren die künstliche Photosynthese verbessert (JAPANMARKT Online berichtete).

Foto: Toshiba