Tokio (JAPANMARKT/fr) – Durch die Entwicklung von Assistenz-Systemen für Fahrzeuge nimmt die Überlappung von Auto- und Elektronik-Industrie zu. Damit konkurrieren mehr Firmen um einen knappen Pool von Ingenieuren.

Attraktive Automobilindustrie

Nach einem Bericht der Financial Times nutzen japanische Ingenieure aus dem Elektroniksektor die technologische Annäherung der beiden Industrien, um zu den Unternehmen der Autobranche zu wechseln. Denn anders als im Elektroniksektor gibt es dort noch Wachstum – und die Bezahlung ist traditionell höher und steigt nun wegen der großen Nachfrage weiter an.

Dabei haben auch die ausländische Autofirmen in Japan bessere Chancen als früher, gute japanische Ingenieure zu bekommen. Ein Grund ist der technologische Vorsprung der Ausländer im Bereich der elektronischen Fahrhilfen. Continental produziert zum Beispiel bessere und preisgünstigere Radarsysteme als Denso, so dass sie bereits von Toyota eingesetzt werden. Ingenieure in diesem technischen Bereich wollen daher für die Ausländer arbeiten, um an der Spitze der Entwicklung zu sein.

Ausländer stellen Ingenieure ein

Der andere Grund ist, dass die japanischen Autobauer ihr Zuliefernetzwerk auch für ausländische Firmen geöffnet haben (JAPANMARKT Online berichtete). Diese historische Geschäftschance wollen diese Zulieferer nutzen, indem sie in Japan in der Nähe der japanischen Autobauer wachsen.

Continental hat die Zahl seiner Mitarbeiter in Japan innerhalb von vier Jahren auf 1.200 verdoppelt. Die Hälfte davon sind Ingenieure. Der Ausbau soll in diesem Tempo weitergehen. Der französische Zulieferer Valeo mit 550 Mitarbeitern in Japan hat seit 2010 einhundert Ingenieure eingestellt, bis 2020 sollen weitere 100 hinzukommen. Auch Bosch braucht mehr Ingenieure in Japan.

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