Tokio (JAPANMARKT/fr) – Japans größter Parkplatz-Betreiber steigt massiv ins Geschäft mit Car-Sharing ein. Vor allem junge Leute interessieren sich verstärkt für dieses Angebot. Toyota fördert den Trend  – mit Hintergedanken.

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Park24 besitzt über 16.000 Garagen und Parkplätze in Japan. Davon will der Konzern nun 7.000 Plätze für Car-Sharing eservieren. Für eine monatliche Gebühr von 1.030 Yen können die Mitglieder des Dienstes sich über den PC oder eine Smartphone-App eine Mitgliedskarte bestellen, die als Autoschlüssel funktioniert.

Mit bereits 500.000 Mitgliedern in ganz Japan handelt es sich um einen der größten Car-Sharing-Dienste der Welt. Noch bemerkenswerter: Laut dem Finanzdienst Bloomberg sind mehr als die Hälfte davon im Alter zwischen 20 und 40. Das gilt als großer Erfolg.

Verdoppelung der Sharing-Cars

Denn die jungen Leute zeigen bisher wenig Interesse am Auto, solange sie keine Familie haben. Einen Neuwagen gibt es zwar schon 800.000 Yen (6.000 Euro), aber allein der Parkplatz in Tokio kostet leicht 30.000 bis 50.000 Yen im Monat. Junge Studenten lockt Park24 zusätzlich mit dem Verzicht auf die Monatsgebühr an.

Das Unternehmen unterhält inzwischen eine Flotte von über 13.000 Fahrzeugen. Diese Zahl will man in den nächsten zehn Jahren verdoppeln. Park24 ist dadurch einer der größten Neuwagen-Käufer in ganz Japan. Die Firma kontrolliert schon 70 Prozent des Car-Sharing-Marktes.

Heranführung ans Autofahren

Unterstützung erhält Park24 von Toyota. Konzernchef Akio Toyoda weiß: Wer als junger Mensch nicht selbst Auto fährt, wird auch später keins mehr kaufen. Also fördert Toyota das Carsharing, um einerseits junge Leute ans Auto heranzuführen und andererseits auch Autos an den Car-Sharing-Betreiber zu verkaufen.

Dabei testet Toyota neue Mini-Fahrzeuge, die gut zum Car-Sharing vor allem in der Stadt geeignet sind. Den dafür entwickelte Stadtwagen iRoad (siehe Foto) baut Toyota nun auch zweisitzig, damit Paare und Freunde gemeinsam im Auto unterwegs sein können. Der Pilotversuch mit dem Zweisitzer beginnt ab heute im Tokioter Stadtteil Shibuya.

Foto: Mini-Stadtmobil iRoad (Toyota)