Tokio (JAPANMARKT/fr) – Nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten globalen Klimavertrages will Japan bis zum Frühjahr einen Aktionsplan gegen den Kohlendioxid-Ausstoß formulieren. Auch viele Unternehmen wollen Flagge zeigen.

Staatliche Forschungszuschüsse

Der Aktionsplan soll bis 2050 laufen, wenn die G-7-Nationen aus der Kohlenverstromung ausgestiegen sein wollen. Der Aktionsplan dürfte sich nach Informationen der Finanzzeitung Nikkei auf den Bau von Erdwärme-Kraftwerken, verbesserte Speicherbatterien für grünen Strom, künstliche Photosynthese zur Umwandlung von Kohlendioxid in nutzbare Chemikalien und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ohne Emission von Klimagasen konzentrieren.

Durch staatliche Zuschüsse in Forschung und Entwicklung sollen Schwerpunkte bei vielversprechenden Technologien gesetzt werden. Dadurch will die Regierung private Unternehmen ermutigen, auch selbst vestärkt in diese Richtungen zu forschen. Die technologischen Innovationen sollen Japans Wirtschaft stützen und dabei helfen, das Pariser Ziel einer Begrenzung des Temperaturzuwachses auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu erreichen.

Energie für Glasschmelze halbieren

Auch japanische Konzerne wollen beim Klimaschutz Zeichen setzen. Sony will den Ausstoß von Kohlendioxid in jedem Glied der Zulieferungsketten verringern. In den Büros und Fabriken soll ab 2016 aktiver als bisher Energie gespart werden. Auch Vertragslieferanten sollen ihren Kohlendioxid-Ausstoß um 1 Prozent jährlich reduzieren. Dieses Ziel hat sich zum Beispiel Kyocera schon vor Jahren gesetzt und akribisch verfolgt. Bis 2050 sollen die Netto-Emissionen von Sony auf Null sinken, wenn man die selbst produzierte erneuerbare Energie mit in Betracht zieht.

Asahi Glass will die Energiemenge für das Schmelzen der Rohmaterialien in der Glasproduktion um die Hälfte reduzieren. Die Materialien in Pulverform werden dafür zu einem Granulat mit eingeschlossenen Luftbläschen verarbeitet. Dadurch reduziert sich die Schmelzzeit im Ofen von Stunden auf weniger als eine Sekunde. Das Unternehmen experimentiert bereits mit dem Verfahren. Auch Toyota verfolgt hohe Klima-Ziele. Neue Fabriken sollen ab 2020 nur halb so viel Kohlendioxid pro produziertes Fahrzeug erzeugen wie im Jahr 2001. Außerdem will der Autobauer vermehrt Wasserstoff als Hitze- und Stromquelle benutzen.

Foto: Premier Shinzo Abe auf dem Klimagipfel in Paris (Kantei)