Tokio (JAPANMARKT/fr) – Die japanische Finanzaufsicht will das Gebiet der Finanztechnologie liberalisieren, weil man im internationalen Wettbewerb bei diesen neuen Dienstleistungen hinterherhinkt.

Mehr Finanz-Dienstleister

Die „Fintech-Revolution“ beschäftigt die Branche schon länger, aber die strikte Regulierung des Finanzsektors hat die Aktivitäten von japanischen Finanzfirmen stark eingeschränkt. Nun will die Finanzaufsicht FSA nicht nur Cybergeld als Währung anerkennen (JAPANMARKT Online berichtete), sondern das ganze Geschäftsfeld freigeben.

Finanz-Startups sind gerade groß in Mode. In den USA sammelten sie im Vorjahr rund 7,4 Milliarden Dollar ein, in China 2,7 Milliarden Dollar und in Indien über 1,5 Milliarden Dollar. In Japan flossen nach Informationen der Financial Times von Januar bis September nur umgerechnet 44 Millionen Dollar in diesen Sektor.

Risikoscheue Bevölkerung

Das liegt auch an der risikoscheuen Bevölkerung, die Bargeld gegenüber Kreditkarten und den Safe zuhause gegenüber Aktien bevorzugt. Die strikten Beschränkungen in Japan haben einige Startups jedoch bereits dazu gezwungen, sich im Ausland anzusiedeln. Mit der Liberalisierung dieser Branche will man den Startup-Sektor im Finanzbereich zu einem Innovationsschub verhelfen.

Daher sollen die bürokratischen Hürden fallen. Dann dürfen Geld- und Finanzinstitute wie Banken künftig bis zu 100 Prozent von Firmen halten, die nicht im Finanzsektor tätig sind. Damit könnten sich die großen Finanzgruppen an Fintech-Dienstleistern etwa für Algorithmus-Handel oder der Blockchain-Infrastruktur für digitale Währungen beteiligen. Bisher dürfen die Megabanken nur 5 bis 15 Prozent solcher Firmen besitzen.

Foto: Tokio von oben (flickr/Bo Nielsen)