Tokio (JAPANMARKT/fr) – Der Mangel an Arbeitskräften wirkt sich zumindest bei Teilzeitkräften jetzt auf die Löhne aus. Seit bald drei Jahren verdienen sie stetig mehr.

Arbeitskräftemangel in Metropolen

In Büros, Fabriken und Restaurants gehen Japan langsam die Arbeiter aus, weil die Babyboomer in großen Scharen aus dem Berufsleben ausscheiden. In den drei großen Metropolen Tokio, Nagoya und Osaka sind daher die durchschnittlichen Stundenlöhne für Teilzeitarbeitskräfte im März um 1,8 Prozent gestiegen.

Nach Angaben der japanischen Arbeitsagentur Recruit Jobs war dies der 33. monatliche Anstieg in Folge. Im Februar waren diese Löhne um den Rekordwert von 2,2 Prozent gestiegen. Die Stundenlöhne in sechs Kategorien – nämlich Büroarbeiten, in Call Centern und für Dateneingabe – waren höher.

Kein großer Konsumsprung in Sicht

Teilzeitarbeitskräfte machen inzwischen 30 Prozent der japanischen Erwerbstätigen aus. 1990 waren es erst 13 Prozent. 2015 stiegen die Einkommen der Teilzeitarbeiter landesweit um 0,5 Prozent und damit 0,1 Punkte stärker als für festangestellte Mitarbeiter. Der kleinere Zuwachs ergibt sich daraus, dass die Löhne im ländlichen Raum nicht steigen.

Allerdings können sich Regierung und Notenbank keine großen Hoffnungen auf Konsumsprünge der Teilzeitarbeitskräfte machen. Denn ihre Löhne sind im Vergleich zu Festangestellten niedrig, so dass sie grundsätzlich weniger freies Einkommen zur Verfügung haben. Auf die Wirtschaftsleistungen wirkt sich die Entwicklung daher nur begrenzt aus.

Foto: Shinjuku, Tokio (flickr/Emmett Anderson)