Tokio (JAPANMARKT/fr) – Japans einstige Technik-Ikone Sony wurde am 7. Mai vor 70 Jahren gegründet. Die Bilanz der letzten zwei Jahrzehnten fällt jedoch bescheiden aus.

Fast 20 Jahre Stillstand

Am 7. Mai 1946 wurde Sony von Masaru Ibuka und Akio Morita unter dem Namen Tokyo Tsushin Kogyo (Totsuko) gegründet. Akio Morita ist im Westen viel bekannter, weil er Sony America leitete. Aber Masaru Ibuka war der Ingenieur, der die technologischen Erfolge von Sony ermöglichte, indem er Produkte entwickelte und andere fähige Ingenieure für das Unternehmen rekrutierte.

Das bekannte Unternehmen ist durch einige Krisen gegangen. Die letzten zwei Jahrzehnte waren besonders schwierig. Nach einer Kalkulation von Eurotechnology Japan wuchsen die Einnahmen von Sony in den letzten 18 Jahren nur mit einem Rate von 1 Prozent jährlich. Die mittlere Netto-Gewinnmarge über diesen Zeitraum lag nach dieser Kalkulation bei nur 0,4 Prozent.

Sony stagniert also seit knapp zwei Jahrzehnten – was übrigens auch über die meisten anderen japanischen Elektronikkonzerne gesagt werden kann.

Finanzgeschäft als Erfolgsstory

Die am meisten profitable Sparte des Konzerns ist das Finanzgeschäft. Es war nach den Berechnungen von Eurotechnology mit Abstand der größte Gewinnbringer mit jeweils dem 2- bis 3-fachen Ertrag der anderen Sparten. Die zwölf Jahre alte Tochter Sony Financial Holdings ist eigenständig an der Tokioter Börse notiert und bietet Versicherungen, Finanzdienste und Kreditkarten in Japan an.

Für Sony war der Geburtstag überraschend kein Thema: Auf der globalen Webseite gab es keinen Hinweis auf das Jubiläum. Vielleicht zeigt sich hier neue Bescheidenheit: Zum ersten Mal seit drei Jahren schreibt der Konzern wieder schwarze Zahlen. Allerdings gab es zuvor eine Gewinnwarnung. Wegen der Smartphone-Flaute wird die Prognose nicht eingehalten.

Foto: Gründer Masaru Ibuka und Akio Morita (Sony)