Tokio (JAPANMARKT/fr) – Eigentlich ist Thunfisch so weltweit begehrt, dass einige Arten vor dem Aussterben stehen. Ausgerechnet junge Japaner haben nun weniger Appetit auf Thun.

Alte essen weniger Fisch

Japan ist immer noch der größte Konsument weltweit von Fisch, wenn man pro Kopf der Bevölkerung rechnet. Aber die durchschnittliche Fleischmenge auf den Tellern überstieg bereits 2005 erstmals die durchschnittliche Fischmenge (JAPANMARKT Online berichtete).

Dieser Trend hat sich fortgesetzt. Neue Daten des Gesundheitsministeriums zeigen, dass zehn Jahre später der Fleischkonsum um fast 30 Prozent über dem Fischkonsum liegt. Der Konsum von rohem Fisch für Sushi und Sashimi sank von 2011 bis 2014 um 5 Prozent.

2015 wurden laut jüngsten Daten der FAO in Japan 353.000 Tonnen frischer und gefrorener Thunfisch konsumiert. Das entspricht 2,8 Kilogramm pro Kopf und waren knapp 3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Menge des eingeflogenen Thunfischs, der besonders frisch sein muss, schrumpfte um mehr als Fünftel.

Yen-Schwäche verteuert Thun

Für diese Trends gibt es mehrere Gründe: Erstens essen die Japaner generell weniger Fisch, weil die Bevölkerung altert und schrumpft. Senioren haben weniger Appetit! Zweitens bevorzugen die jungen Japaner Fleisch statt Fisch. Fleisch wird besonders über Fastfood konsumiert.

Ein dritter Grund darf nicht übersehen werden. Der billige Yen hat den Preis von importiertem Thunfisch, ohnehin ein Luxusprodukt, nach oben getrieben und vor allem gegenüber Lachs verteuert. Im Vergleich dazu ist Fleisch vom japanischen Hühnchen bis zum australischen Rindfleisch preiswerter.

Foto: Thunfisch-Auktion auf dem Tsukiji-Fischmarkt (flickt/throgers)