Tokio (JAPANMARKT/fr) – Der starke Yen bremst Toyota ab. Im neuen Geschäftsjahr wird der Gewinn daher erstmals seit fünf Jahren zurückgehen. Aber der Absatz soll dank des Japan-Geschäfts leicht steigen.

Yen-Stärke belastet

Im Jahr 2016/17 (bis 31.3.) erwartet der japanische Autoriese einen Rückgang des Nettogewinns um 35 Prozent auf 1,5 Billionen Yen (12,1 Milliarden Euro) und damit viel weniger als der Analystenkonsens. 2015 hatte Toyota mit 2,3 Billionen Yen (18,6 Milliarden Euro) noch den dritten Gewinnrekord in Folge aufgestellt.

Der Betriebsgewinn soll 2016 um 40 Prozent auf 1,7 Billionen Yen sinken. Dabei sackt die operative Marge auf 6,4 Prozent. Der Umsatz wird um knapp 7 Prozent auf 26,5 Billionen Yen (214 Milliarden Euro) zurückgehen, während der Absatz um 56.000 Stück auf 10,15 Millionen Stück steigen soll.

Absatzplus in Japan

Dabei setzt Toyota vor allem auf Zuwächse in Japan. Dort zieht die Nachfrage vor der Umsatzsteuererhöhung im April 2017 an. Der Ausblick berücksichtigt die Produktionsausfälle durch das Erdbeben im April nicht. Dadurch hatte Toyota im 1. Quartal seine Spitzenposition an Volkswagen verloren.

Vor allem der feste Yen bremst die Rekordfahrt ab. Die Prognose basiert auf einem Wechselkurs von 105 Yen/Dollar und 120 Yen/Euro. Die Aufwertung um 12,5 Prozent bzw. 10 Prozent zum Vorjahr mindert den operativen Gewinn um 935 Milliarden Yen (7,5 Milliarden Euro). Damit beruhen 81 Prozent des Gewinnminus auf der Yen-Stärke. Toyota exportiert 55 Prozent der Japan-Produktion von 3,25 Millionen Fahrzeuge.

Steigende Ausgaben

Bereits im 4. Quartal zwischen Januar und März war der Nettoertrag um 4,5 Prozent zum Vorjahr auf 426,6 Milliarden Yen gesunken. Den Rückgang haben die Mitarbeiter schon zu spüren bekommen. Zum 1. April stiegen die Basisgehälter nur um 1.500 Yen, zwei Drittel weniger als im Vorjahr und nur halb so viel wie die Forderung der Gewerkschaft.

Höhere Ausgaben übertreffen weitere Kostensenkungen im soeben begonnen Geschäftsjahr unterm Strich um 200 Milliarden Yen. Außer den Löhnen steigen die Forschungs- sowie die Kapitalausgaben. Bis 2020 führt Toyota für die Hälfte aller Modelle standardisierte Bauteile und Plattformen ein. Auch der Austausch von Millionen Takata-Airbags schlägt auf der Kostenseite zu Buche.

Foto: Toyota