Tokio (JAPANMARKT/fr) – Wenn ein Verbrecher sich davonmacht, gibt es viele Fluchtwege. Aber Fujitsu hat nun einen Algorithmus entwickelt, wie die Polizei ihre Kräfte bei der Verbrecherjagd optimal einsetzt, um den Flüchtigen aufzuhalten.

Verteilung von Kontrollposten

Der Algorithmus vom Fujitsu-Labor und der Universität für Elektrokommunikation löst die Aufgabe, wo in einem Straßennetz Kontrollposten stationiert werden müssen, damit der Verbrecher der Polizei nicht durch die Lappen geht.

Früher basierten die Straßensperren auf Erfahrung und Intuition. Heute setzt man die Spieltheorie ein und lässt einen Computer rechnen. Doch bei einer Großstadt dauert dieser Vorgang wegen der Vielzahl der Knotenpunkte zu lange. Hier sorgt der Algorithmus für eine Abkürzung, indem er das Netzwerk komprimiert. Die Zahl der relevanten Netzpunkte wird reduziert, weil nicht jeder Punkt für eine Flucht attraktiv und sinnvoll ist.

Durch diese Reduzierung der relevanten Knotenpunktzahl verkürzt sich die Rechenzeit für ein System mit 100 Netzpunkten um den Faktor 20 und für ein System mit 200 Netzpunkten um den Faktor 500. Anders gesagt: Was mit der alten Berechnungsmethode Tage dauerte, lässt sich jetzt in fünf Minuten kalkulieren.

5 Minuten Rechenzeit für Tokio

In einer Simulation für ein Netzwerk mit 30.000 Straßen konnten Fujitsu und die Universität für Elektro-Kommunikation bestätigen, dass der Algorithmus die optimale Lösung für das Aufstellen der Straßensperren findet – und dies für 99 Prozent aller Problem-Szenarien. Für 50 Checkpoints bei 20.000 Straßen brauchte ein normaler Desktop-Rechner nur noch fünf Minuten Rechenzeit.

Fujitsu will diese Technologie bis zum Fiskaljahr 2017 im Rahmen ihres Programms für künstliche Intelligenz (Zinrai) kommerzialisieren. Dafür sollen auch neue Anwendungsmöglichkeiten über die Verbrecherjagd hinaus gefunden werden. Die Universität für Elektro-Kommunikation wiederum will diese Technologie für Anwendungen auf andere Netzwerke jenseits von städtischen Straßennetzen anwenden.

Foto: Fujitsu