Tokio (JAPANMARKT/fr) – Die japanische Softbank-Gruppe ist an der Börse weniger wert als die Summe ihrer Beteiligungen. Das ärgert Gründer Masayoshi Son. Aber es gäbe einen eleganten Ausweg.

Aktienkurs im Fokus

Der Geschäftserfolg der Softbank-Gruppe hängt mehr als bei anderen Unternehmen vom Aktienkurs ab. Denn Softbank investiert gerne in junge Unternehmen in Japan und im Ausland. Ist der eigene Aktienkurs niedrig, lassen sich die Papiere schlechter als Sicherheit und Kaufwährung einsetzen.

An der Börse ist die Gruppe derzeit 7 Billionen Yen (56,5 Milliarden Euro) wert. Aber die börsennotierten Beteiligungen der Gruppe sind laut Finanzdienst Bloomberg rund 9,5 Billionen Yen (knapp 77 Milliarden Euro) wert. Dabei geht es vor allem um die Softbank-Anteile an Yahoo Japan, Alibaba Group (China) und Sprint (USA).

Aktienrückkauf stützt Kurs

Diese Bewertungslücke von derzeit rund 20 Milliarden Euro ist schon deutlich kleiner geworden. Im Februar kündigte Softbank den Rückkauf von 14 Prozent der eigenen Aktien für bis zu 500 Milliarden Yen an. Seitdem hat sich der Aktienkurs um mehr als 40 Prozent erholt. Der Börsenwert stieg dabei um 2 Billionen Yen. Dabei hat Softbank für 230 Milliarden Yen erst ein Viertel der anvisierten Aktien erworben.

Die Lücke würde sich auch schließen, wenn der Wert der Beteiligungen schrumpft. Das ist schon passiert. Softbank ist mit 37 Prozent der größte Aktionär von Alibaba. Aber nach dem damals weltgrößten Börsendebut ist der Alibaba-Kurs deutlich unter den Ausgabepreis gefallen. Auch die Marktkapitalisierung des US-Telekom-Providers Sprint hat sich seit der Übernahme durch Softbank für 22 Milliarden Dollar halbiert.

Inland erzeugt Gruppen-Cash

Aber Analysten sehen einen Weg, wie sich der „Schatz“ von Softbank an der Börse heben lässt. Die Gruppe könnte ihr japanisches Telekomgeschäft separat an die Börse bringen. Das ist der eigentliche Cash-Bringer für die Gruppe. Würde Softbank an der Börse genauso bewertet wie der Branchenzweite KDDI, dann käme man auf eine Bewertung von etwa 21 Milliarden Euro – die Lücke wäre geschlossen.

An diese Option hat der Firmenjongleur Son bestimmt auch schon gedacht. Denn die Vorbereitungen sind getroffen. Die Gruppe hat ihre riskanten Auslandsinvestitionen und das stabile heimische Telekom-Geschäft bereits getrennt. Die Auslandsoperation mit Investitionen von jährlich 3 Milliarden Dollar wird von Nikesh Arora in Kalifornien geführt. Für das Inlandsgeschäft ist Ken Miyauchi zuständig.

Foto: Softbank-Logo in Japan (flickr/Miki Yoshihito)