Tokio (JAPANMARKT/fr) – Vor zwei Wochen hat der erste Drohnen-Lieferservice in Japan begonnen. Noch sehr begrenzt, aber Japans Industrie will ihre Chancen auf diesem Feld nutzen.

Getränke für Golfspieler

Aller Anfang ist schwer – und bescheiden: Die Drohne des Online-Shopping-Giganten Rakuten fliegt nur 350 Meter weit und beliefert Golfspieler auf einem Platz in Chiba mit Getränken und Snacks. Gesteuert wird die Drohne von einem Menschen, bestellt wird über eine Smartphone-App.

Aber die Maschine könnte weitaus mehr. Nach Angaben von Rakuten fliegt sie bis zu 30 Kilometer weit und kann bis zu 2 Kilogramm tragen. Mit Hilfe ihrer Bilderkennungs-Software könnte sie selbständig landen, auch ein vollautomatischer Flug wäre möglich, wegen der Stabilisatoren auch bei schlechtem Wetter.

Auflagen für Drohnen

Die Drohne „Tenku“ wurde vom Autonomous Control Systems Laboratory entwickelt. Das Startup der Universität Chiba ist kein Einzelfall: Yamaha hat als erstes Unternehmen in den USA eine Fluglizenz für pestizidsprayende Drohnen erhalten. Sony entwickelt Drohnen mit ZMP, der Elektro-Roller-Produzent Terra Motors expandiert in Drohnen-Software.

Japan hat gute Chancen im Drohnenbereich: Bei den Maschinen kommt es auf den Motor, die Batterie, die Miniaturisierung und die Flugeigenschaften an. Allerdings fehlt noch die Unterstützung auf staatlicher Seite. Ein neues Gesetz engt den Drohneneinsatz ein. Die Rakuten-Drohne fliegt daher in Chiba, weil die Lokalregierung dort experimentierfreudig ist.

Foto: Rakuten