Tokio (JAPANMARKT/fr) – Immer mehr japanische Firmen nutzen Vietnam als Produktionsstandort und immer häufiger als Alternative zu China. Nun verbessern sie sogar in die Infrastruktur von Vietnam.

Ausbau des Containerhafens

Japans größter Frachtschiffer Mitsui OSK Lines investiert 1,2 Milliarden Dollar in den Ausbau des Containerhafens im vietnamesischen Hai Phong. Gegenüber der Financial Times sagte der Präsident von Mitsui OSK Lines, die Investition sei eine Reaktion auf die Verlegung von japanischen Fabriken aus China nach Vietnam.

Früher hätten japanische Hersteller den Produktionsstandort Asien als „China plus one“ definiert. „One“ sei eins der anderen Schwellenländer in Südostasien wie Thailand, Indonesien, Phillippinen, Malaysia oder Vietnam gewesen. Die neue Formel lautet nach seinen Angaben: „Nicht China“.

Dieser Wandel ist eine Reaktion auf die anti-japanischen Unruhen im Herbst 2012. So investierten japanische Unternehmen im vergangenen Jahr mehr als 20 Milliarden Dollar in ASEAN-Ländern. Das übertraf die japanischen Investitionen in Hongkong und Festland-China das dritte Jahr hintereinander.

Sinkende China-Investitionen

Nach einer Umfrage der japanischen Außenhandelsförderung JETRO ist der Anteil von japanischen Firmen, die in China expandieren wollen, erstmals seit 1998 unter 40 Prozent gefallen. Laut Mizuho-Forschungsinstitut ist Vietnam der bevorzugte Standort von über 1.000 befragten japanischen Herstellern.

Das gelte besonders für Firmen, die ihre Produktion aus China heraus verlegen wollen. Dabei scheint Vietnam vor allem für die Elektronikindustrie interessant zu sein. Japans Industrie ist in ihrem Wandel nicht allein. So errichtet auch Südkoreas Technologieriese Samsung Electronics mehrere neue Fabriken in Vietnam.

Foto: Hafen von Hai Phong (Wikipedia CC BY-SA 3.0)