Tokio (JAPANMARKT/fr) – Japans Konjunkturmotor ist im ersten Quartal nach Ansicht der Mehrheit von Ökonomen auf höheren Touren gelaufen als zunächst geschätzt. Der Grund sind höhere Kapitalausgaben der Unternehmen, die zunächst nicht vorlagen.

Mehrausgaben trotz Gewinnrückgang

Nach den jüngsten Daten des Finanzministeriums steigerten die Firmen ihre Investitionen (ohne Software) im Vierteljahr zwischen Januar und März um 4,3 Prozent zum Vorjahr. Das überrascht um so mehr, da die Gewinne der Firmen im gleichen Zeitraum um 9,3 Prozent zum Vorjahr zurückgingen.

Dagegen beruhte die erste Schätzung des Bruttoinlandsproduktes für das Auftaktquartal auf einem Rückgang der Kapitalausgaben zum Vorquartal um 1,4 Prozent. Laut dieser ersten Schätzung war die japanische Wirtschaft um 0,4 Prozent zum Vorquartal gewachsen. Diese Rate dürfte am Mittwoch bei der zweiten Schätzung nun nach oben korrigiert werden.

Zahl der Stellenangebote gestiegen

Auch im zweiten Quartal entwickelt sich die Wirtschaft besser als erwartet. Die Arbeitslosenquote verharrte im April auf niedrigen 3,2 Prozent. Zugleich stieg die Zahl der Stellenangebote je Arbeitssuchenden auf 1,34. Das ist der höchste Wert seit November 1991.

Dazu passend kletterte der Lohnindex um 0,7 Prozent zum Vorjahr mit dem höchsten Tempo seit 16 Jahren. Die realen Haushaltsausgaben stiegen um 0,2 Prozent bzw. ohne Autos und Häuser um 2,9 Prozent zum Vormonat an. Auch das überraschte positiv.

Die Industrieproduktion wuchs trotz des Erdbeben Anfang April in Kyushu um 0,3 Prozent. Das wird als Indiz für eine steigende Auslandsnachfrage interpretiert. Insgesamt ergibt sich daraus eine weniger negative Tendenz, als es von Premierminister Shinzo Abe bei der Verschiebung der Mehrwertsteuererhöhung behauptet wurde.

Foto: Rainbow-Bridge in Tokio (flickr/Steven-L-Johnson)