Tokio (JAPANMARKT/fr) – Im Mai 2015 kürte Softbank-Gründer Masayoshi Son den Ex-Google-Manager Nikesh Arora zum Kronprinzen. Jetzt hat Son es sich anders überlegt – und Arora geht.

CEO noch mit 70 Jahren?

Eigentlich wollte der 58-jährige Son nächstes Jahr die Führung seines Unternehmens an den 48-jährigen gebürtigen Inder abgeben. „Aber ich bin wieder hungrig geworden“, begründete Son seinen Entschluss, noch „mindestens fünf bis zehn Jahre“ an der Spitze zu bleiben.

Der US-Amerikaner, der sich in einem Jahrzehnt bei Google bis zum Chief Business Officer hochgearbeitet hatte und im Sommer 2014 zu Softbank wechselte (JAPANMARKT Online berichtete), verteidigte auf der Hauptversammlung seine Arbeit. Er habe geholfen, eine gute Plattform für die weitere Entwicklung von Softbank zu bauen, erklärte Arora.

Investitionen und Verkäufe

Als Chef der Beteiligungssparte sollte der Ex-Google-Manager ein Portfolio von Internet-Startups zusammenkaufen. Insgesamt investierte er rund 13 Milliarden Dollar in junge Firmen, darunter der südkoreanische Online-Händler Coupang, der indische Online-Marktplatz Snapdeal, den Online-Kreditgeber Social Finance und den Fahrtdienstvermittler und Uber-Rivale Didi Chuxing in China.

Er überzeugte Son auch, erfolgreiche Investitionen zu versilbern. So verkaufte er die Spiele-Entwickler GungHo und Supercell sowie Anteile an Alibaba Group für insgesamt 19 Milliarden Dollar. Das Geld kann Softbank angesichts von 80 Milliarden Dollar Schulden u.a. wegen der Übernahme des US-Mobilfunk-Providers Sprint gut gebrauchen.

Aktionäre vertrauen Son

An der Tokioter Börse zeigten steigende Kurs, dass die Aktionäre auf die Fähigkeiten von Son vertrauen. Japanische Medien berichteten von Meinungsverschiedenheiten über den Management-Stil von Arora. Für interne Unruhe hatte wohl auch seine hohe Vergütung von 24,6 Milliarden Yen (280 Millionen Euro) bis März 2015 gesorgt.

Ab Juli wird Arora noch für ein Jahr eine Beraterrolle bei Softbank haben. Seine Stelle im Verwaltungsrat nimmt der 66-jährige Softbank-Präsident Ken Miyauchi ein.

Foto: Softbank-Logo auf einem Karton (flickr/MIKI Yoshihito)