Tokio (JAPANMARKT/fr) – Im englischen Sunderland steht die größte Nissan-Fabrik i Europa mit 6.700 Beschäftigten. Die Stadt stimmte mit 61 Prozent für den Brexit. Besonders intelligent war das nicht.

Angst vor Zollschranke

Die meisten Fahrzeuge werden von Sunderland in Länder der Europäischen Union exportiert. Nun macht sich Nissan Sorgen, dass es infolge des Brexit neue Zollschranken gibt. Und viele Arbeiter bereuen, dass sie für den Austritt von Großbritannien aus der EU gestimmt haben.

Die Hälfte der Autoproduktion in Großbritannien geht auf das Konto von japanischen Autobauern. Der größte Hersteller ist Jaguar Land Rover mit 490.000 Fahrzeugen. Darauf folgt Nissan bereits mit knapp 477.000 Fahrzeugen, Mini (BMW) mit 201.000 Einheiten, Toyota mit 190.000 und Honda mit 119.000 Autos.

Milliarden-Investitionen

Auch die Investitionen nicht unerheblich. Nissan hat 3,7 Milliarden Euro und und Toyota 2,2 Milliarden Euro in Großbritannien investiert. Kein Wunder, dass beide Autobauer sich vor dem Referendum gegen den Brexit ausgesprochen haben. Nun gab es hektische Beratungen im METI-Ministerium in Tokio, wie man reagieren soll.

Die meisten Fahrzeuge von japanischen Herstellern, die in England vom Band laufen, sind für den Export in die Europäische Union bestimmt. Die Autobauer fürchten daher neue Zollhürden von bis zu 10 Prozent. Selbst wenn es so käme, könnte der Nachteil jedoch durch den schwachen Yen ausgeglichen werden.

Bisher sind die Exporte von Großbritannien auf den Kontinent zollfrei. Bei den Verhandlungen für den Brexit dürften die Londoner Regierung jedoch darauf bestehen, dass der Handel weiter zollfrei laufen wird. Honda ist jedenfalls optimistisch. Der neue Civic wird wie geplant in England gebaut.

Foto: Nissan-Fabrik in Sunderland (Nissan)