Tokio (JAPANMARKT/fr) – Es sind seltsame Verbündete, die jetzt dem Haarausfall auf die Kopfhaut rücken: Spezialisten für Elektronik, Stammzellen und Transplantationen wollen kahlwerdenden Männer helfen.

18 Millionenmal Haarausfall

Wer auf japanische Köpfe glaubt, sieht viel weniger Geheimratsecken und blanke Glatzen als in Europa. Doch der Verlust des Haupthaares ist auch für japanische Männer ein persönliches Drama. Immerhin sollen 18 Millionen Japaner, immerhin 14 Prozent, darunter viele Frauen, unter Haarausfall leiden.

Jetzt will ein kleines Konsortium aus verschiedenen Branchen die bekannte Technik der Transplantationen dramatisch verbessern. Bisher wurde auf der Hinterseite des Kopfes kleine Hautstücke mitsamt Haarfollikeln herausgeschnitten und in kahle Regionen verpflanzt. Die verpflanzbare Menge ist jedoch begrenzt.

Haarfollikel aus Stammzellen

Nun haben sich Kyocera, das Forschungsinstitut Riken und das Bio-Unternehmen Organ Technologies zusammengetan: Sie wollen eine kleine Hautstelle entnehmen, Stammzellen der Haarfollikel isolieren, sie um das Hundert- und Tausendfache vermehren und die Haarfollikel dann einpflanzen. Bei Mäusen hat die Basistechnik der Follikelerzeugung im Kleinen schon funktioniert.

Nach der Entwicklung der Technik bis 2018 will man das Verfahren klinisch erproben und ab 2020 kommerziell umsetzen. Kyocera sieht sich dabei als Auftragsnehmer von Haarkliniken. Eine mögliche Technik ist nach Angaben des Unternehmens die Piezoelektrik, um Zellen zu sortieren. Diese Technik kommt zum Beispiel in Druckköpfen und den vibrierenden Displays von Kyocera zum Einsatz.

Foto: Kyocera