Tokio (JAPANMARKT/fr) – Noch immer haben die japanische Regierung und der Stromkonzern Tepco die Sanierungskosten für das AKW Fukushima nicht beziffert. Aber wie befürchtet landet der Großteil der Summe beim Steuerzahler.

Teure Entschädigungszahlungen

Professor Kenichi Oshima von der Universität Ritsumeikan schätzt die Kosten der Atomkatastrophe im AKW Fukushima auf bisher 13,3 Billionen Yen (116 Milliarden Euro).

Nach einem Bericht der Financial Times gibt Professor Oshima als größten Posten die Entschädigungszahlungen für Evakuierte und Unternehmen mit 6,2 Billionen Yen an. Die Dekontaminierung der Region hat danach 3,5 Billionen Yen gekostet. Dazu kommen die Kosten der Aufräumarbeiten im AKW in Höhe von 2,2 Billionen Yen.

Gewinn nur dank Staatsvorschüssen

Diese Ausgaben soll Tepco eigentlich komplett selbst finanzieren. In Wirklichkeit erhält der Stromkonzern für die Entschädigungen einen Vorschuss der Regierung. Das Geld soll letztlich zurückgezahlt werden. Doch bisher reicht das Geld gerade einmal für die laufenden Sanierungskosten in Fukushima.

Dennoch bleibt die Frage, wie die Steuerzahler ihr Geld wiedersehen. Im 1. Quartal des Geschäftsjahres erzielte Tepco einen Nettogewinn von 1,1 Milliarden Yen (9,6 Millionen Euro). Im Plus hält sich der Konzern nur dank der staatlichen Zuschüsse.

Nach der Kalkulation von Professor Oshima ist die Marktkapitalisierung von Tepco seit der Katastrophe um 2,6 Billionen Yen geschrumpft. Die Anleihen-Besitzer von Tepco hätten keinen einzigen Yen verloren. Unterm Strich bedeutet dies, dass Kosten von 10,7 Billionen Yen beim Steuerzahler gelandet sind.

Foto: AKW Fukushima (Tepco)