Tokio (JAPANMARKT/fr) – Das schlimme Erbe des Vietnamkrieges ist mit Dioxin verseuchte Erde. Der japanische Baukonzern Shimizu soll diese giftigen Hinterlassenschaften jetzt beseitigen.

Kontaminierte Flächen

In Vietnam gibt es 28 „Hotspots“ mit hohen Konzentrationen von Dioxin im Boden. Es ist die Folge des Einsatzes von Agent Orange, einem Mittel zur Entlaubung des Dschungels und zur Zerstörung von Nutzpflanzen, um die kommunistischen Rebellen in Nordvietnam zu bekämpfen.

Die meisten vergifteten Orte liegen in Südvietnam, einschließlich früheren Militärbasen der USA in Da Nang, Bien Hoa und Phu Cat. Nach der Annäherung zwischen den USA und Vietnam kümmert sich die US Agency for International Development seit 2012 um die Sanierung der kontaminierten Böden.

Shimizu hat in Japan 3 Millionen Tonnen verschmutzter Erde mit einer selbst entwickelten Methode gereinigt. Im November 2015 durften die Japaner ihre Technologie der vietnamesischen Regierung präsentieren. Danach wurden Erdproben aus der Region Bien Hoa für Testreinigungen nach Japan gebracht.

Effektive Reinigung

Anhand von fünf unterschiedlich verseuchten Proben konnte bewiesen werden, dass die Reinigungstechnologien ausreichen, teilte Shimizu mit: Die Dioxin-Konzentration wurde um 95 Prozent verringert. Knapp 71 Prozent der Erde waren anschließend so sauber, dass sie sich anschließend wiederverwenden lassen. Die Mehrheit der kontaminierten Flächen ließen sich so reinigen.

Eine alternative Methode zur Reinigung wäre eine Erhitzung über 1.000 Grad Celsius. Die Kosten sind jedoch viel höher als bei der Shimizu-Methode. Anders als bei der Erhitzung gäbe es auch keine Emissionsprobleme. Die hauseigene Methode entfernt die giftigen Substanzen durch Luftblasen. Aber noch haben die Japaner den Zuschlag der vietnamesischen Regierung für die Reinigung nicht erhalten.

Foto: Shimizu