Tokio (JAPANMARKT/fr) – Takata ist immer gut für ein Paradoxon: Der Airbag-Hersteller erhöht einerseits den Gewinnausblick und muss andererseits womöglich in den USA Insolvenz anmelden.

Treffen von Autobauern und Käufern

An der Börse gingen die Daumen daher herunter. Das Gerücht von der Insolvenz gibt es schon länger, aber scheint nun konkreter zu werden. Bei einem Treffen in der vergangenen Woche hatte die Mehrheit der Kunden von Takata – fast ein Dutzend Autobauer von Toyota bis Volkswagen – eine Insolvenz abgelehnt.

Denn bisher tragen die Fahrzeughersteller die Milliarden-Kosten für den Austausch von bis zu 100 Millionen Airbags weitgehend allein. Ginge Takata pleite, dann könnte man den Hersteller nicht mehr regresspflichtig machen. Außerdem wird Takata als Lieferant von Ersatz-Airbags mit einer anderen Technologie weiter gebraucht.

Doch die Kaufinteressenten von Takata wollen ihr finanzielles Risiko verringern. Dabei handelt es sich um die schwedische Autoliv, Key Safety Systems, Flex-N-Gate und die japanische Daicel. Letztere hat den Risiko-Investor Bain Capital mit im Boot. Der Beteiligungsfonds KKR hat sein Kaufangebot offenbar zurückgezogen.

Autoliv und Daicel gelten als Favoriten

Daicel drängt laut einem Bloomberg-Bericht weiter auf eine Insolvenz in Japan. Die anderen potenziellen Käufer würden sich mit einer Insolvenz der Takata-Tochter in den USA zufriedengeben. TK Holdings im US-Bundesstaat Michigan ächzt wegen der Rückrufe unter Verbindlichkeiten von 1,4 Milliarden Dollar.

Eine schnelle Rettung von Takata ist bisher nicht in Sicht. Autoliv gilt inzwischen als Favorit der Takata-Kunden. Aber Autoliv und Takata würden zusammen fast die Hälfte des Airbag-Marktes kontrollieren. Daher dürfte die Zustimmung der Kartellbehörden schwer zu bekommen sein.

Der zweite Favorit ist die japanische Daicel und ihr Partner Bain. Doch hier schmeckt Takata nicht, dass Daicel auch in Japan eine Insolvenz anstrebt. Das signalisierte das Management bei der Bilanz-Pressekonferenz am Freitag. Der Erbe der Gründerfamilie Takada an der Spitze von Takata will offenbar eine leise Krisenlösung hinter den Kulissen.

Foto: Cockpit von Takata-Rennwagen (Takataracing.com)