Tokio (JAPANMARKT/fr) – LED-Lampen setzen sich wegen des geringeren Stromverbrauchs immer mehr durch. Nun soll ihr Licht schöner und besser werden. Japanische Firmen gehören zu den führenden Entwicklern. Allerdings hat die Natürlichkeit einen hohen Preis.

Phosphor für natürliches Licht

Viele Verbraucher beschweren sich über das „kalte“ oder „harte“ Licht von Leuchtdioden. Bei Glühlampen wird ein elektrisch leitfähiger Draht erhitzt. Dieses Licht wird als „natürlich“ empfunden, weil es dem Sonnenlicht ähnelt. Moderne Leuchtdioden mischen jedoch lediglich Farben aus mehreren Chips.

Die nächste technische LED-Generation soll schöneres und kräftigeres Licht haben. Eine Lösung liefert eine blaue Leuchtdiode von Citizen. Diese Diode verdoppelt das sogenannte Chroma, also die Farbintensität. Dafür wird das Licht der Diode durch Phosphorkristalle geleitet.

Das aufgespaltene LED-Licht ist so natürlich wie Sonnenlicht. Dieses Licht wünschen sich zum Beispiel Museen und Geschäfte, um Kunstwerke und Waren zu präsentieren. Citizen ist es durch Modifikationen gelungen, dass diese leuchtintensiven Dioden trotzdem nicht mehr Strom verbrauchen als vorher.

Violette LED als neue Basis

Eine andere Lösung kommt von Kyocera – die violette LED. Dieser Chip wird mit roten, grünen und blauen Phosphorkristallen kombiniert, um das volle Spektrum von natürlichem Licht zu erzeugen. Die ersten LEDs von diesem Typ sind seit September auf dem Markt. Zusammen mit Arflex Japan hat Kyocera sie für den Heimgebrauch entwickelt.

Kyocera vermarktet diese neuen LEDs auch für Fabriken. Auch dort hätten die Hersteller nämlich gerne „natürliches“ Licht, um das Ergebnis der Fertigung „besser“ zu begutachten, zum Beispiel beim Lackieren von Fahrzeugen und anderen Produkten. Das einzige Problem: Die Lampen sind noch extrem teuer – ab 280.000 Yen (2.400 Euro) kann man sie kaufen.

Ein Konkurrent von Kyocera bei violetten LEDs ist der US-amerikanische Hersteller Soraa. Zu dessen Gründern zählt der Japaner Shuji Nakamura, der für die Entwicklung der blauen Leuchtdiode den Nobelpreis für Physik erhalten hat. Er ist nach einem Streit mit seinem einstigen Arbeitgeber nach Kalifornien umgezogen.

Foto: Kyocera