Tokio (JAPANMARKT/fr) – Vor mehr als zwei Jahren hat Japans Regierung wieder den Export von Waffen erlaubt. Bisher blieben jedoch große Bestellungen aus. Die Gründe sind falsche Einschätzungen und schlechte Vorbereitungen.

Mangelnde Erfahrung

Die schwere Niederlage bei der Vergabe der U-Boot-Aufträge in Australien hatte Japan überrascht. Dabei hatte man auf die Überzeugungskraft der eigenen Technologien vertraut. So musste die Regierung in Tokio lernen, dass die globale Rüstungsindustrie ihren eigenen Gesetzen folgt und nicht auf den neuen Anbieter aus Fernost gewartet hat.

Mangels Großaufträgen gibt man sich nun bescheidener: Ähnlich wie im Flugzeugbereich will man zunächst Komponenten für Waffensysteme anderer Länder bauen und auf diese Weise mehr Expertise und internationale Verbindungen aufbauen. Denn Japan mangelt es derzeit auf dem weltweiten Rüstungsmarkt an dem notwendigen Knowhow.

Wenig Wettbewerb

Genau dies hatte sich bei dem Angebot für die australischen U-Boote gezeigt: Die Regierung wusste nicht, wer eigentlich die Patent- und Lizenzrechte für die U-Boote besaß. Es gab keine Methode, um als geheim klassifizierte technische Informationen mit einem Verbündeten zu teilen, und keine Budgetprojektierung zur Kostenbegrenzung.

Das japanische Vertrauen in die eigenen Technologien wie etwa in Elektronik und Materialien scheint im Rüstungsbereich fehl am Platze. Denn anders als in der normalen Industrie sind die Zulieferketten in der Rüstungsindustrie vom normalen Wettbewerb abgeschirmt. Daher wird es für Japan schwierig werden, bisherige Zulieferer schnell zu ersetzen.

Foto: Japanische ShinMaywa US-2 See-Militärflugzeuge (Wikipedia Gemeinfrei)