Tokio (JAPANMARKT/fr) – Jahrelang wollte Toyota vom rein batteriegetriebenen Elektroauto nichts wissen. Nun entwickelt der Konzern künftig genau solche Fahrzeuge in einer neuen Unternehmenssparte. Sie soll ab Dezember unabhängig von bestehenden Strukturen arbeiten, um die Einführung neuer E-Autos voranzutreiben.

Innovation vorantreiben

Die EV-Geschäftseinheit besteht vorerst aus vier Mitarbeitern, jeweils einem vom Mutterkonzern sowie den Zulieferern Toyota Industries, Aisin Seiki und Denso. Diese flachen Organisationsstrukturen erlauben unkonventionelle Denkweisen und Arbeitsprozesse, was wiederum die Projektfortschritte und die Einführung neuer Produkte beschleunigt, teilte Toyota mit.

„Die neue Unternehmenssparte für Elektroautos wird sich auf ihren Bereich spezialisieren und mit hoher Geschwindigkeit arbeiten, sodass sie als Innovationstreiber für alle Arbeitsprozesse von Toyota und dem Toyota Konzern dienen wird“, erklärt Konzernchef Akio Toyoda.

Gründe für Kurswechsel

Zwar hatte Toyota von 2012 bis 2014 mit Tesla Motors ein Elektroauto in den USA produziert. Aber das Projekt wurde eingestellt und die Anteile an Tesla verkauft. Elektroautos seien wegen ihrer geringen Reichweite, der teuren Batterien und der langen Ladezeiten nicht attraktiv für die Kunden, hieß es.

Der wichtigste Grund für den Kurswechsel liegt in der Verschärfung von Emissionsauflagen auf den wichtigen Automärkten USA und China. In Kalifornien müssen die Autobauer nachweisen, dass sie einen Anteil an Null-Emissions-Fahrzeugen in ihrer Modellflotte haben. In China werden Elektroautos massiv subventioniert.

Ein weiterer Grund sind Fortschritte in der Batterietechnik. Die Kapazität von Lithium-Ionen-Akkus konnte Toyota in Zusammenarbeit mit Panasonic bei gleichen Kosten zuletzt verdoppeln, während der Akku nur zwei Drittel größer und um die Hälfte schwerer wurde.

Foto: Toyota